Paypal-Konto gesperrt

Paypal-Konto gesperrt

/ 06.06.2021 / / 94


PayPal hat sich als Zahlungsdienstleister in den vergangenen Jahren quasi unverzichtbar gemacht für Shop-Betreiber und Internet-Dienstleister. Kein nahezu kostenlos verfügbares Bezahlsystem kann die Features, Sicherheiten und auch den Bekanntheitsgrad von Paypal erreichen. Uns selbst wenn Banken oder Konkurrenzunternehmen wie z.B. Klarna mittlerweile Boden gut machen, bleibt Paypal als Opinion Leader der Szene und Umsatz-Meister wohl auf Dauer der Platzhirsch. Wie passt das Thema ” Paypal-Konto gesperrt ” da hinein?

Der Platzhirsch nimmt sich was raus

Und der Platzhirsch kann sich viel herausnehmen: Immer häufiger wird Internetdienstleistern der Geldhahn zugedreht: „Ihr Konto wurde gesperrt“ lautet die lapidare Nachricht mit Hinweis auf vermeintliche Verstöße gegen die Allgemeinen Nutzungsbedingungen (AGB). Aber gerade kleine und mittlerer Unternehmen sind auf den Serviceangewiesen, weil sich Paypal einfach integrieren lässt und keine hohen Software- und Systembetreuungskosten verursacht.

Eva Birkmann

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Eva Birkmann ist Anwältin bei Brüllmann Rechtsanwälte in Stuttgart und hier deutschlandweit engagiert in Fragen des Rechts rund um die Corona-Krise. Sie ist Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht.


Brüllmann Rechtsanwälte und Corona
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Die Freundschaft währt aber oft nicht lange: Betroffene Gewerbetreibende und Kleinunternehmer stehen einer Sperrung des Paypal-Kontos nicht nur machtlos gegenüber, sondern sehen sich teils auch in der Existenz bedroht. Paypal schneidet ihnen mit der Sperrung des Paypal-Kontos nicht nur den Zugang zum Markt ab, sondern friert auch bis zur Klärung des Sachverhalts das Kontovermögen ein. Wann ein Sachverhalt geklärt ist entscheidet Paypal allein, bis dahin bleibt das Konto gesperrt. Ein Mitspracherecht, oder das Recht sich gegen die Sperrung des Paypal-Kontos zu wehren oder sich zu verteidigen gibt es scheinbar nicht.

Machtlos gegen Sperrung des Paypal-Kontos

Die Schließung Ihres Paypal-Kontos wird eingeleitet“, so beginnt in aller Regel die Tragödie, die ohne große Vorankündigung jedes der 300 Millionen Konten weltweit treffen kann.

Kontosperrung durch Paypal

Das Onlinebusiness läuft und Sie haben endlich Erfolg ? – Und dann sperrt Paypal Ihnen das Konto…

Im Fall der Fälle kann es dann unter Umständen 180 Tage und länger dauern, bis der Sachverhalt geklärt ist und die Kontosperrung aufgehoben oder für endgültig erklärt wird. Bis dahin bleibt das Paypal-Konto gesperrt, egal, wie hoch das Guthaben ist. Anschließend kann das Konto entweder wieder genutzt werden, oder Paypal kündigt die Zusammenarbeit auf und beendet einseitig den Vertrag. Vorhandenes Guthaben wird dann zurückgezahlt.

Viel Kritik an Sperrung von Paypal-Kontos

Dass das alles nicht immer reibungslos abgeht, das zeigen unzählige Kommentare in den aktuellen Bewertungsportalen und in Foren oder im SocialMedia-Raum. Paypal lässt sich nicht beirren und bleibt der Linie treu. Eine wenn auch nur vorübergehende Freischaltung des Kontos ist per Mail oder Telefon nicht möglich – auch wenn die Existenz eines Unternehmens oder die Ausführung eines wichtigen Auftrages davon abhängt. Die Prüfung durch Paypal läuft in streng geordneten Bahnen und so wie Paypal das will. Ein Entgegenkommen gegenüber von Kunden ist an dieser Stelle nicht vorgesehen. Man lässt sich auch nicht in die Karten blicken.

Paypal limitiert permanent

Das Verfahren ähnelt im übrigen dem Rauswurf von Google aus Adwords- oder Adsense-Programmen. Auch hier droht lebenslange Sperre und auch hier kann man nichts unternehmen. Eine dafür verantwortliche Gerichtsbarkeit scheint es nicht zu geben, weil sich Google und Paypal in ihrem Vertragsnetzwerk recht frei und immer im eigenen Interesse bewegen könne

Paypal nennt das endgültige Ende der Geschäftsbeziehung „Permanent limitiert“. Darunter versteht der mittlerweile umstrittene Dienstleister eine Beschränkung der Zahl-, Sende- und Empfangsmöglichkeiten des Kontos, dass ohne Ankündigung gesperrt wird. Das Geld wird erstmal einbehalten. In seinem Geschäftsgebahren gerät Paypal immer wieder in die Kritik, so z.B. auch in Bezug auf die Abrechnungen von Glücksspielunternehmen.

Das Landgericht München erließ ein Gebührenerhebungsverbot.

Geld kommt erst nach 180 Tagen

Das Einbehalten des Geldes für einen Zeitraum von  bis zu 180 Tagen kommt in den AGB zwar vor, allerdings wohl eher, um Verbindlichkeiten vorzubeugen und das Haftungsrisiko von PayPal zu minimieren. Dass das Geld auch vor dem Hintergrund allgemeiner und nicht bestätigter Verdachtsmomente einbehalten werden kann, ist den meisten Usern nicht klar und vielleicht auch gar nicht mit EU-Recht in Einklang zu bringen.

Ab und an gibt es aber auch Gegenwind: Eine erfolgreiche Klage konnte der Bundesverband der Verbraucherzentralen durchsetzen.

Nach einer Sperre passiert erst mal gar nichts und Betroffene können das Verfahren nicht beschleunigen. In aller Regel erfahren sie nicht früher als nach 6 Wochen erste Details. Für die Konto-Eigentümer eine nervenzerreißende Wartezeit – abhängig davon, wie wichtig der Account für das Business allgemein oder für ein bestimmtes Geschäft ist. Es bleibt, einen Widerspruch an die sogenannte AUP – E-Mail zu senden, wie es der PayPal Kundenservice empfiehlt.

Manchmal ist ein Problem zu lösen, z.B. durch die Übersendung angefragter Unterlagen wie z.B. Handelsregisterauszug oder Gewerbeschein, manchmal aber auch nicht.

Ein betroffener User schreibt uns:

“Man kann nichts machen, jedes Engagagement, jede Mail, jedes Telefonat ist umsonst – kostet nur Zeit und Nerven! Am Ende mussten wir auf das beliebte Paypal verzichten, während unsere Mitbewerber weiter damit punkten!”

Überhaupt ist Interesse an Problemlösungen eher eingeschränkt auf der Paypal-Seite.

Das  PayPal Support-Team ist zwar unter 069 945189832 sehr gut erreichbar, kann aber nicht helfen, da das offensichtlich schlecht besetzte AUP-Team nur per Mail kommuniziert und weder intern noch extern telefonisch zu erreichen ist.

Auf Paypal-Sperren vorbereitet sein

    • Wichtig ist, auf solche Sperren vorbreitet zu sein

 

  • Führen Sie Ihr Business so, dass es auch ohne Paypal funktioniert
  • Bunkern Sie niemals große Summen auf Paypal
  • Bieten Sie Ihren Kunden Alternativen zu Paypal an

 

Ist das Kind erstmal in den Brunnen gefallen gibt es nur 2 Möglichkeiten: Abwarten oder einen Anwalt einschalten.

Was passiert nach der ersten 6-Wochen-Frist?

Nach Ablauf der ersten sechs Wochen wird der gesperrte Accounteigentümer darüber informiert, dass wahrscheinlich ein Vergehen gegen die Nutzungsbedingungen vorliegt und weiter geprüft wird. Handlungsmöglichkeiten ergeben sich dadurch nicht.

Nach 180 Tagen wird die Sperre dann kommentarlos aufgehoben oder die „Endgültige Limitierung“ ausgesprochen, verbunden mit einem lebenslangen Nutzungsverbot. Der User erfährt, zu welcher Transaktionsnummer es Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll, hat aber keinerlei Möglichkeit, dagegen etwas zu unternehmen oder sich von „verbotenen Aktivitäten“ freizusprechen. Paypal nutzt hier konsequent sein Hausrecht und die Deutungshoheit über den Vertrag,

Für Beschwerden gegen Paypal ist die europäische Bankenaufsichtsbehörde Luxemburg (CSSF)  zuständig.

>>> Um was kann es gehen (bitte klicken)<<<

Betrugsverdacht

Verstöße gegen Paypal-Richtlinien

Geldwäsche

Identitäts-Diesbstahl


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Betroffen von Kontosperrung – Was tun?

Grundsätzlich: Ruhe bewahren. Bisherige Erfahrungen aller uns bekannten Betroffenen haben keine Hinweise ergeben, dass Paypal auf irgendeine Art und Weise der Auseinandersetzung reagiert. Auch wenn Sie einen Anwalt einschalten, wird es nicht schneller gehen. Also machen Sie sich keinen Stress um ein Thema, dass Sie aktuell nicht ändern können.

Existenz bedroht?

Wenn die Existenz bedroht ist, sollte Engagement lieber in den Aufbau alternativer Zahlmethoden gesteckt werden, parallel dazu kann sich ein Anwalt um die Wahrung Ihrer Interessen kümmern.

>>>Tipps Kontosperrung<<<

Ruhe bewahren

Alternativen prüfen

Paypal den Fall per Mail schildern

Beschwerde ein reichen

Abwarten

Nach Abschluss der Aktion Zahlungsdienstleister wechseln

 

Konnten wir Ihnen helfen?`

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>>>>Über Paypal<<<<

Paypal ist ein Ebay-Tochterunternehmen und der Name bedeutet wörtlich übersetzt “Bezahlfreund” in Anlehnung an den englischen Begriff “pen pal” = Brieffreund) Paypal ist ein börsennotierter Betreiber eines Online-Bezahldienstes, der zur Begleichung von Mittel- und Kleinbeträgen idealerweise im Onlinehandel genutzt werden kann. Nach eigenen Angaben hat PayPal mehr als 277 Millionen aktive Nutzer in über 200 Märkten mit der Möglichkeit von Zahlungen in über 100 Währungen.. Ende 2020 gab es weltweit 377 Millionen genutzte Kundenkonten. Der Nettogewinn im Geschäftsjahr 2020 betrug 4,2 Milliarden US-Dollar. Der Sitz des Unternehmens ist San José, das europäische Tochterunternehmen ist PayPal (Europe) S.à r.l. & Cie, S.C.A. mit Sitz in Luxemburg.

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Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher 1
Kategorien: Bank & Bürgschaft / Paypal / Verbraucherschutz Schlagwörter: / /

Ein Kommentar zu “Paypal-Konto gesperrt”

  1. Marcel sagt:

    Uns hat es nach 5 Jahren PayPal-Nutzung getroffen. Am 3. März hat uns PayPal geschrieben:
    “Uns ist aufgefallen, dass Sie Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, die gegen die PayPal-Nutzungsrichtlinien verstoßen. Insbesondere der Verkauf von sexuellen Dienstleistungen und pornografischem Material. Bis Sie diesen Verstoß beheben, indem Sie diese Produkte oder Dienstleistungen von Ihrer Website entfernen, haben wir vorübergehend bestimmte Funktionen in Ihrem Konto eingeschränkt.”
    Dabei führen wir eine einfache Singlebörse (ohne sexuellen Dienste oder pornografischen Fotos). Alle Profil-Fotos werden von unserem Team geprüft und freigeschaltet.

    Der Support konnte mir am Telefon auch nicht weiterhelfen. Ich solle mich per E-Mail an AUP (aup@paypal.com) wenden. Natürlich habe ich mehrere (freundlich formulierte) E-Mails gesendet mit der Bitte, sich unsere Seite erneut anzuschauen und die Einschränkung aufzuheben. Aber eine Antwort blieb aus.
    Nach 3 Monaten wurde unser Konto endgültig gesperrt und die 50 EUR Kontoguthaben als Sicherheit einbehalten. Glücklicherweise waren es nur 50 EUR. Eine Begründung weshalb genau wir angeblich gegen die Nutzungsrichtlinien verstoßen haben wurde uns nicht mitgeteilt.
    Wir dürfen nie wieder PayPal Dienste auf unserer Website verwenden.
    Für uns ist das ein ziemlicher Rückschlag. PayPal war die Zahlungsvariante Nummer 1 bei unseren Kunden. Leider müssen wir diese jetzt auf andere Zahlungsarten vertrösten. Ärgerlicherweise können unsere Wettbewerber weiterhin PayPal als Zahlungsart anbieten.
    Wir werden dagegen vorgehen.

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  • Karl Heinz: Naja dann beeil dich mal wenn du 140000€ mit mtl. 100€ abzahlen willst. Würde ja nur...
  • Marcel: Uns hat es nach 5 Jahren PayPal-Nutzung getroffen. Am 3. März hat uns PayPal geschrieben:...
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