VW Bulli T5 im Abgasskandal – LG Osnabrück spricht Schadensersatz zu – 10 O 824/20

/ 21.04.2021 / / 233

Der VW Bulli T5 spielte im Abgasskandal bislang eine Sonderrolle. Obwohl im T5 der durch die Abgasmanipulationen bekannt gewordene Motor des Typs EA 189 steckt, gab es für den Transporter keinen verpflichtenden Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Ein Rückruf durch das KBA sei auch gar nicht nötig. VW sei dennoch zum Schadensersatz verpflichtet, entschied jetzt das Landgericht Osnabrück mit Urteil vom 13. Juli 2020 (Az.: 10 O 824/20).

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Vor dem LG Osnabrück ging es um Schadensersatzansprüche bei einem VW Multivan T5 2,0 TDI. In dem Bulli ist der Dieselmotor des Typs EA 189, bei dem VW die Abgaswerte bekanntlich manipuliert hat, verbaut. Millionen Fahrzeuge des VW-Konzerns waren von den Manipulationen betroffen und das KBA ordnete den verpflichtenden Rückruf für die Fahrzeuge an, damit die unzulässige Abschalteinrichtung entfernt wird. Ausnahme war der T5.

Für das LG Osnabrück spielte es aber keine Rolle, ob ein Rückruf des KBA für den T5 vorliegt. Für das Gericht ist klar, dass VW  auch in dem Bulli T5 eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat. Daher sei Volkswagen zum Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verpflichtet. Auf einen Rückruf durch das KBA komme es nicht an, entschied das Gericht. Der Kläger könne gegen Rückgabe des Fahrzeugs die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen, so das LG Osnabrück.

„Es zeigt sich, dass auch Bulli-Fahrer immer bessere Chancen haben, ihre Schadensersatzansprüche durchsetzen zu können“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Er ist mit der Problematik „VW Bulli im Abgasskandal“ bestens vertraut und hat für seine Mandanten beim VW T6 mit dem Nachfolgemotor EA 288 Schadensersatzansprüche vor den Landgerichten München und Heilbronn wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung durchgesetzt (Az. 3 O 13321/19 und Bi 6 O 257/19).

In beiden Fällen stuften die Gerichte ein sog. Thermofenster bei der Abgasreinigung als unzulässige Abschalteinrichtung ein. Auf einen Rückruf durch das KBA komme es dabei nicht an. VW habe die Käufer vorsätzlich sittenwidrig geschädigt und sei daher zum Schadensersatz verpflichtet, urteilten die Gerichte.

Nachdem die EuGH-Generalanwältin Eleanor Sharpston am 30. April 2020  klargemacht hat, dass sie Abschalteinrichtungen grundsätzlich für unzulässig hält, wenn sie im Realbetrieb zu einem erhöhten Emissionsausstoß führen, dürfte VW in Erklärungsnot kommen, warum beim Bulli Abschalteinrichtungen ausnahmsweise zulässig sein sollen“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Unter www.oeltod-anwalt.de hat Rechtsanwalt Gisevius wichtige Informationen zu Schadensersatzansprüchen beim T5 und T6 zusammengefasst.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Udo Schmallenberg: Vergessen Sie das einfach! Das ist sicher ein Fake! LG Usch
  • Nathalie: Hallo, mein Mann wurde von einem Unternehmen namens IG GmbH kontaktiert. Sie leiten...
  • Hans Schubert: Habe nun meine Angebot erhalten, Interessantes Konzept aber m.E. liegt der...
  • karl philippi: 10 000 € haben wir angelegt. Scheinbar futsch! Ich habe nach Liechtenstein zur...
  • Anne Schweigmann: Hallo ich habe im Oktober 2020 Unterschrieben und nach 3 Tagen gekündigt und...

Newsletter

Tragen Sie sich jetzt in unseren Newsletter ein und bleiben somit immer auf dem Laufendem

Kategorien

Für Anwälte

Interessierte Kooperationsanwälte senden ein Mail an info@verbraucherschutz.tv

Tel.: 0800 000 1961