Abgasskandal: Landgericht Augsburg spricht Golf-Fahrer Schadensersatz ohne Nutzungsersatz zu – 021 O 3267/17

/ 15.01.2019 / / 178

Das Landgericht Augsburg bleibt seiner Linie im Abgasskandal treu. Es hält VW aufgrund der Abgasmanipulationen für schadensersatzpflichtig und spricht dem Autobauer darüber hinaus auch den Anspruch auf einen Wertersatz für die gefahrenen Kilometer ab.

Hilfe im Abgasskandal

Jetzt Kontakt zur IG Dieselskandal aufnehmen

Die IG Dieselskandal recherchiert im Abgasskandal und trägt die Erfahrungen von über 2000 Mitgliedern zusammen.

info@ig-dieselskandal.de
0800 000 1961

Schon im November 2018 hatte das Landgericht Augsburg für Aufsehen gesorgt. Mit Urteil vom 14.11.2018 hatte es entschieden, dass VW einen vom Abgasskandal betroffenen Golf Diesel zurücknehmen und dem Käufer den vollen Kaufpreis erstatten muss. Eine Nutzungsentschädigung dürfe VW nicht einbehalten, denn ein Wertersatz entspreche nicht dem Gedanken des Schadensersatzes nach einer sittenwidrigen Schädigung (Az.: 021 O 4310/16).

An dieser Argumentation hielt das LG Augsburg auch bei einem weiteren Verfahren zum Abgasskandal im Dezember fest (Az.: 021 O 3267/17). Diesmal ging es um die Klage eines Verbrauchers, der einen Golf TDI 1,6 Liter für rund 24.000 Euro gekauft hatte. Wie sich später herausstellte, war das Fahrzeug von den Abgasmanipulationen betroffen und der Verbraucher zog vor Gericht. Das LG Augsburg stellte sich auf seine Seite. VW habe die Kunden durch den Einsatz der Manipulationssoftware sittenwidrig getäuscht und sei daher schadensersatzpflichtig. Der Kläger habe Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrags, d.h. er kann das Fahrzeug zurückgegen und VW muss den Kaufpreis erstatten. Einen Nutzungsersatz für die gefahrenen Kilometer dürfe VW nicht einbehalten.

„Auch wenn VW gegen die Urteile Berufung einlegen kann, ist der Standpunkt des Landgerichts Augsburg nur konsequent: Wer den Schaden angerichtet und die Kunden getäuscht hat, muss auch für den Schaden aufkommen. Einen Anspruch auf Wertersatz gibt es dann nicht. Auch wenn VW noch Berufung einlegen kann, zeigen die Urteile, dass umfangreiche Schadensersatzansprüche gegen VW oder auch die Konzerntöchter Audi, Porsche, Seat und Skoda geltend gemacht werden können“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte, aus Stuttgart.

Viele Schadensersatzansprüche sind auch noch nicht zum 31.12.2018 verjährt, sondern können nach wie vor geltend gemacht werden.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Redaktion: Nein, leider nicht. Dieses Instrumentarium gibt es in Deutschland nicht, und ich denke...
  • Michael B.: Meine Erfahrung mit Unternehmen der United Internet sind bei den kostenfreien...
  • Michael B.: Schon der erste Satz in diesem Artikel unter dem Bild ist sachlich falsch: „Ein...
  • Thorben: Die Kanzlei Hörnlein und Feyler ist eine ganz gefährliche Institution. Im Gegensatz zur...
  • Redaktion: Also bis zur Stilllegung dauert das noch etwas. Die Kooperationsanwälte der Ig...