Schiffsfonds, die in Panamax-Schiffe investiert haben, müssen sich härterem Wettbewerb stellen

/ 24.05.2017 / / 37

Schiffsfonds befinden sich seit langem in einer schweren Krise, was viele Anleger schon schmerzlich zu spüren bekommen haben. Doch für einige Schiffsfonds könnte es bald noch schlimmer kommen. Grund: Der Ausbau des Panamakanals. Bislang konnten dort nur kleinere Schiffe, die so genannten Panamax-Schiffe fahren. In naher Zukunft ist die wichtige Wasserstraße aber auch für größere Schiffe, die wesentlich mehr Güter transportieren können, passierbar. Damit verschwindet der Wettbewerbsvorteil der Panamax-Schiffe. Viele Emissionshäuser legten Schiffsfonds auf, die in Panamax-Schiffe investierten, u.a.  HCI Schiffsfonds, Dr. Peters Schiffsfonds oder auch Lloyd Fonds. Für betroffene Anleger bedeutet dies, dass ihre Kapitalanlage an einem gründlich veränderten Markt bestehen muss.

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Der Panamakanal zählt zu den wichtigsten und bekanntesten Wasserstraßen der Welt. Er verbindet in dem mittelamerikanischen Land Panamá den Atlantik mit dem Pazifik. Der Kanal verkürzt den Weg zwischen den beiden Weltmeeren erheblich, da ansonsten der lange Weg um den südamerikanischen Kontinent bewältigt werden muss.

Aber der künstliche, Anfang der 20. Jahrhunderts eröffnete Kanal lässt nur Schiffe einer bestimmten Größe zu: die Panamax-Schiffe. Deren Abmessungen und Tiefgang erlaubt es gerade noch, die Schleusen und Seen des Panamakanals zu durchqueren. Ein Schiff der Panamax-Klasse darf bis zu 294,3 m lang und 32,3 m breit sein bei einem Tiefgang von höchstens 12,04 m. Ein Schiff dieser Größe kann etwa 4.600 – 5.000 Standardcontainer (TEU, ca. 6 m lang) laden.

Da größere Schiffe mehr Güter transportieren können, entwickelte sich die Größe der Transportschiffe immer weiter. So kamen Schiffe der Post-Panamax-Klasse auf den Markt, welche zwar nicht mehr den Panamakanal befahren können, aber andere wichtige Wasserstraßen wie den Suezkanal nutzen können. Die Panamax-Schiffe können zwar nicht so viele Güter transportieren, jedoch können sie den Panamakanal befahren, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. Doch dieser Vorteil wird in einigen Jahren der Vergangenheit angehören.

Panamakanal wird derzeit ausgebaut – Neue Schiffsgeneration: Panamax II

Im Jahr 2007 begannen nach langer Vorplanung die Bauarbeiten für die Erweiterung des Panamakanals. Bis 2015 werden neue Schleusen erbaut und die Fahrrinne vertieft, sodass zukünftig größere Schiffe als bislang den Kanal passieren können. So sollen in wenigen Jahren Schiffe mit einer Länge von bis zu 366 m und einer Breit von bis zu 49 m bei einem Tiefgang von 15,2 m die Wasserstraße zwischen Pazifik und Atlantik befahren können. Panamax II-Schiffe haben deutlich mehr Ladekapazität als die bisherige Panamax-Klasse: bis zu 12.000 Standardcontainer kann ein solches Schiff fassen.

Schiffsfonds investierten auch in Panamax-Schiffe

Was bedeutet diese Veränderung für Schiffsfonds, die in Schiffe der Panamax-Klasse investierten? Zum einen werden diese Schiffe zukünftig auf derselben Route mit größeren Schiffen konkurrieren, zum anderen entfällt ein Wettbewerbsvorteil, da nun die schnellste Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik mehr Schiffen als zuvor offen steht. Die Konkurrenz für die Panamax-Schiffe wird sich vergrößern. Schiffsfonds, die in Panamax-Schiffe investierten, müssen sich also auf eine geänderte Marktsituation einstellen.

Angesichts der üblicherweise langen Laufzeiten eines Schiffsfonds werden sich nicht nur die Betreiber der Schiffe der entsprechenden Fonds hiermit beschäftigen müssen, sondern auch die Anleger. Immerhin muss ihre Kapitalanlage an einem veränderten Markt bestehen. Es wird sich erweisen müssen, wie die Schiffsfonds dies meistern werden. Viele Emissionshäuser legten Schiffsfonds auf, die in Panamax-Schiffe investierten. Beispielsweise HCI, Dr. Peters oder auch Lloyd Fonds.

Anleger von Schiffsfonds können sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen.

 

Mehr Informationen finden Anleger von Schiffsfonds unter: www.schiffsfonds.eu und Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen

Autor: Dr. Ralf Stoll, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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