Abgasskandal – Schlappe für VW vor dem OLG Schleswig-Holstein 17 U 44/19

/ 28.11.2019 / / 147

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht hat der Käuferin eines VW Golf im Abgasskandal Schadensersatz zugesprochen. Mit Urteil vom 22. November 2019 entschied das OLG, dass sie ihren VW Golf mit den manipulierten Abgaswerten zurückgeben und die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung verlangen kann (Az.: 17 U 44/19).

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Die Klägerin hatte ihren VW Golf 6 Trendline 2,0 TDI im Jahr 2009 als Gebrauchtwagen gekauft. In dem Pkw ist der Motor des Typs EA 189 mit der Abgasnorm Euro 5 verbaut, der in den vergangenen Jahren traurige Berühmtheit durch die Abgasmanipulationen erreicht hat. Um nicht die Stilllegung ihres Fahrzeugs zu riskieren, ließ die Klägerin nach dem verpflichtenden Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts das Software-Update zwar aufspielen, machte aber auch Schadensersatzansprüche geltend. Das Schleswig-Holsteinische OLG hat ihrer Klage im Berufungsverfahren weitgehend stattgegeben.

VW habe das Fahrzeug mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung in den Verkehr gebracht und damit u.a. auch die Erwartungshaltung der Käufer in besonders krassem Maß enttäuscht, so das OLG. Ein Käufer dürfe erwarten, dass ein Fahrzeug den gesetzlichen Vorschriften entspricht.

VW habe unter vorsätzlicher Begehung von Gesetzesverstößen die Klägerin getäuscht. Dieses Verhalten sei zumindest auch mitursächlich für den Abschluss des Kaufvertrags gewesen über einen „jungen“ Gebrauchtwagen von einem VW-Vertragshändler gewesen. Der Klägerin sei schon durch den Kauf eines Fahrzeugs, das sie bei Kenntnis der Abgasmanipulationen nicht erworben hätte, ein Schaden entstanden. Dieser Schaden lasse sich auch durch das Aufspielen eines Software-Updates nicht beseitigen. Der Kaufvertrag müsse daher rückabgewickelt werden, so das OLG. Die Klägerin könne gegen Rückgabe des Fahrzeugs die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen, urteilte das OLG Schleswig-Holstein, das die Revision zum BGH zugelassen hat.

„Immer mehr Oberlandesgerichte sprechen den geschädigten Verbrauchern im Abgasskandal Schadensersatz zu. Nun hat sich auch das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht dieser Rechtsprechung erfreulicherweise angeschlossen. Dadurch sind die Aussichten, Schadensersatzansprüche gegen VW durchzusetzen noch einmal deutlich gestiegen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser aus Kiel, Kooperationspartner der IG Dieselskandal.

Geschädigte Autokäufer sollten allerdings jetzt handeln, wenn sie ihre Schadensersatzansprüche gegen VW noch durchsetzen wollen. Denn ihre Forderungen verjähren in der Regel am 31. Dezember 2019.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

2 Kommentare zu “Abgasskandal – Schlappe für VW vor dem OLG Schleswig-Holstein 17 U 44/19”

  1. Ja da haben Sie Absolut Recht. Das war mein Fehler im Newslettertext. Natürlich geht es hier um den EA189. Entschuldigen Sie bitte!!

  2. Gunther sagt:

    Die Überschrift ‘EA288’ ist hier äußerst irreführend

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Udo Schmallenberg: Hallo Frau Laier ich schicke Ihnen eine Mail.
  • Udo Schmallenberg: Ja der A6 aus diesem Baujahr ist – glaubt man der Presse und dem KBA...
  • A6-Fahrer: Guten Tag, ich habe ein Anschreiben vom KBA wg. einer “freiwilligen”...
  • Monica Laier: Ich mache über die letzten 2 Jahre katastrophale Erfahrungen mit meiner privaten...
  • Udo Schmallenberg: Ja da haben Sie Absolut Recht. Das war mein Fehler im Newslettertext....

Schnellkontakt