Neue Hiobsbotschaft: Valsartan wahrscheinlich seit Jahren verunreinigt

/ 29.08.2018 / / 156

Nächster Schock im Valsartan Skandal: Verunreinigungen mit wahrscheinlich krebserregenden Stoffen hat es bei dem Blutdrucksenker vermutlich schon seit Jahren gegeben.

RA Lambrecht

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Rechtsanwalt Lambrecht ist Herausgeber des Portals www.falschbehandelt.de und als Leiter der Berliner Kanzlei Lambrecht Rechtsanwälte fokussiert auf das Medizinrecht, positioniert auf der Seite der Opfer von Ärztefehlern und fehlerhaften Produkten.

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Valsartan ist ein Wirkstoff, der in vielen Blutdrucksenkern vorkommt. In mehreren Medikamenten mit Valsartan wurden krebserregende Stoffe gefunden. Das führt dazu, dass Blutdruckpatienten möglicherweise verunreinigte Medikamente mit wahrscheinlich krebserregenden Stoffen über einen längeren Zeitraum eingenommen haben.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Bluthochdruck und werden medikamentös behandelt. Vor etwa zwei Monaten kam dann der große Schock: Verschiedene Blutdrucksenker mit dem Wirkstoff Valsartan sind mit vermutlich krebserregenden Stoffen verunreinigt. Nach Schätzungen der Bundesregierung könnten etwa 900.000 Menschen in Deutschland betroffen sein. „Für die Patienten ein absolutes Horrorszenario. Sie leben gesund und tun alles, um ihren Bluthochdruck in den Griff zu bekommen und haben dabei möglicherweise über Jahre krebserregende Stoffe eingenommen“, sagt Rechtsanwalt Andreas Lambrecht aus Berlin. Nach einem Bericht des ARD-Magazins „Fakt“ vom 28. August 2018 hat sich der Verdacht, dass das Valsartan des chinesischen Herstellers Zhejiang Huahai schon seit 2012 verunreinigt ist, erhärtet. Das Magazin ließ drei Jahre alte Tabletten vom Zentrallaboratorium der Deutschen Apotheker überprüfen. Das traurige Ergebnis: In den Tabletten wurden sechs Mikrogramm des vermeintlich krebserregenden Stoffes gefunden.

„Es ist absolut unverständlich, dass offensichtlich über Jahre verunreinigte Medikamente auf dem Markt waren und die Kontrollmechanismen derart versagt haben“, so Rechtsanwalt Lambrecht. Seinen Ursprung nimmt der Skandal bei den Herstellern in China. Doch in Deutschland und Europa will keiner die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Verunreinigung über Jahre nicht entdeckt wurde. Die einen möchten den schwarzen Peter dem Europäischen Direktorat für Qualität von Medizinprodukten (EDQM), das das Valsartan des Herstellers Zhejiang Huahai für den europäischen Markt 2011 zertifiziert hat, zuschieben, andere den Pharmaunternehmen, die einen Wirkstoffhersteller nach der Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung überprüfen müssen. Bei der europäischen Gesundheitsbehörde laufen derzeit Untersuchungen zu Valsartan. Mit Ergebnissen wird erst Ende Oktober gerechnet.

„In der Diskussion bleiben völlig verunsicherte Patienten zurück, die befürchten müssen, über Jahre krebserregende Stoffe mit ihren Blutdrucksenkern eigenommen zu haben. Diesen Menschen muss geholfen werden. Wir prüfen, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können“, so Rechtsanwalt Lambrecht.

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