Abgasskandal – Neuer Ärger für Mercedes

/ 02.06.2018 / / 70

Mercedes droht weiterer Ärger im Abgasskandal: Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am 1.Juni 2018 online berichtet, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Abgasmanipulationen auf einen weiteren Motor ausgeweitet. Demnach ist auch der Motor OM 622 ins Visier der Ermittler geraten.

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Der OM 622 ist der Motor, den Mercedes in dem Vito 1,6 Liter Diesel verbaut hat, für den kürzlich der Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordnet wurde. Betroffen von diesem Rückruf sind etwa 5000 Fahrzeuge. Allerdings weckt offenbar auch der sehr ähnliche Motor OM 626 das Misstrauen der Behörde, berichtet das Blatt weiter. Sollten auch hier illegale Abschalteinrichtungen entdeckt werden, hätte ein Rückruf eine ganz andere Dimension, da dieser Motor in der beliebten C-Klasse von Mercedes verwendet wird. Eine „offizielle Prüfung“ soll es allerding noch nicht gegeben haben.

Schon fast vergessen scheint es, dass Daimler schon im Sommer 2017 für negative Schlagzeilen im Abgasskandal gesorgt hatte. Vor einem knappen Jahr gerieten die beiden Motoren OM 642 und OM 651 wegen vermeintlicher Abgasmanipulationen ins Visier der Ermittler. Diese Motoren kommen in zahlreichen Mercedes-Modellen zum Einsatz. Der OM 642 wurde bereits 2005 in der C- und E-Klasse eingeführt. Danach kam der 3-Liter-Motor in SUVs wie der M-, R- und der GL-Klasse zum Einsatz. Verbaut wurde er außerdem in der S-Klasse und im G-Klasse Offroader sowie im GLK, im CLK und CLS, im Vito, Viano und im Sprinter. Heute steckt der OM 642 noch in Modellen mit der Bezeichnung „350 d“ im Namen, das sind vorwiegend Fahrzeuge oberhalb der C-Klasse. Vielseitig verwendbar war auch der OM 651 Turbodiesel mit 1,8 bzw. 2,1 Liter Hubraum. Er steckt oder steckte in der A-, B-, CLA- und GLA-Klasse, im SLK Roadster, in der S-Klasse, im Vito, in der V-Klasse und im Sprinter. Auch heute verwendet Mercedes den Motor in zahlreichen Baureihen unterhalb der Oberklasse.

Dann war allerdings lange Zeit von möglichen Abgasmanipulationen bei Mercedes nichts mehr zu hören bis nun der Vito und der Motor OM 622 das Interesse der Ermittler geweckt haben.

Mercedes droht hohe Strafe

Daimler kann den Abgasskandal offenbar noch lange nicht zu den Akten legen. Zumal auch die Politik offensichtlich langsam die Geduld verliert. Wie „Spiegel Online“ am 1. Juni 2018 berichtet, hat Bundesverkehrsminister Scheuer dem Konzern ein Ordnungsgeld in Höhe von 3,75 Milliarden Euro angedroht. Hintergrund ist der Verdacht, dass in 750.000 Mercedes-Fahrzeugen eine unzulässige Abschalteinrichtung eingebaut ist und pro Fahrzeug ein Ordnungsgeld von 5000 Euro berechnet werden kann. „Das kann als deutlicher Hinweis darauf verstanden werden, dass nicht nur beim Mercedes Vito die Abgaswerte manipuliert wurden“, sagt Rechtsanwalt Helmut Göbel, KQP Rechtsanwälte / Hamm. Zumindest für die Mercedes-Diesel der C-Klasse könnte sich der Verdacht der Abgasmanipulationen weiter erhärtet haben. Die Untersuchungen seien fast abgeschlossen, berichtet der „Spiegel“ weiter und „die Indizien aus Sicht der Verkehrsbehörde erdrückend.“

„Sollte Mercedes Abgaswerte manipuliert haben, müssen sich die betroffenen Käufer nicht mit einem Update zufriedengeben, sondern können auch ihre Ansprüche auf Schadensersatz bzw. Rückabwicklung des Kaufvertrags geltend machen“, so Rechtsanwalt Göbel.

Mehr Informationen: http://www.kqp.de/vw-skandal/autobesitzer/

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Helmut Goebel

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Rechtsanwalt ist Helmut Goebel ist Partner bei KQP in Hamm und spezialisiert auf juristische Themen rund um Kapitalanlagen und die aktuelle Thematik "Abgasskandal".

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