FlexiRente Strategie

FlexiRente Strategie kommt in der BILD schlecht weg – 12.000 Euro Gebühren futsch

/ 09.05.2017 / / 189

Das dürfte in den Vorstandsetagen von Sparda-Bank West, Union Investment und DEVK für schlechte Stimmung sorgen: Die BILD-Zeitung hat in der Ausgabe vom 9. Mai 2017 das Kapitalanlageprodukt „FlexiRente Strategie“ auseinander genommen und ausgerechnet, dass bei einer Anlage von 43.000 Euro über 15 Jahre insgesamt rund 12.000 Euro an Gebühren fällig werden.

„Das hat viele Leute aufgerüttelt!“ So wie Markus Jansen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Neuss, haben wohl auch viele Bankkunden heute mit großem Interesse die Bildzeitung gelesen. „So zocken Banken die Sparer ab“ titelt das Blatt und führt ein interessantes Rechenbeispiel an. So z.B. die Anlagevariante „FlexiRente Strategie“ der DEVK. Die als sinnvolle Strategie zur Altersvorsorge gepriesene Anlage wird von der Sparda-Bank West vermittelt. Hier werden für die Anlage von 42.000 Euro Vermögen angeblich extrem hohe Gebühren und Verwaltungsauslagen abgezwackt. Die Sparda-Bank West kassiert da tüchtig mit und erhält schon zum Vertragsschluss 1891 Euro Provision, die zusätzlich zur Abschlussgebühr der DEVK, monatlichen Gebühren und Jahresgebühren fällig wird. Weiter werden DEVK-Kunden zur Kasse gebeten, weil die DEVK das Geld aus „FlexiRente Strategie“ in das Produkt „SpardaTrend 38/200“ anlegt. Hier verlangt die Fondsgesellschaft pro Jahr 1,11 Prozent Verwaltungsgebühren von Sparern, die ihr Geld sicher, fest und vor allem optimal angelegt wähnen. Der Sparer zahlt in Summe rund 12.000 Euro an Bank, Versicherung und Fondsgesellschaft. Der Fonds muss über die gesamte Laufzeit mindestens 2 % Rendite bringen, um allein dieses Loch zu stopfen, bevor der Anleger nach 15 Jahren mehr rausbekommt, als er angelegt hat.

FlexiRente Strategie – Provision für DEVK, Sparda-Bank West und Union Investment

Rechtsanwalt Jansen: „Das ist nur ein Beispiel, das durch den krassen Negativ-Effekt natürlich heraussticht, Grundsätzlich ist es aber immer so, dass sich hinter kleinen Prozentzahlen oft große Summen verbergen und Bank- und Versicherungskunden sich oftmals keine Gedanken darüber machen, dass 1 Prozent auch schon ein Vermögen sein kann!“ Ob die Gebühren jetzt besonders hoch sind oder nicht, spielt nach Meinung des Bank-Fachmanns keine Rolle. Frage ist, ob sich Bankkunden dieser Zahlen bewusst sind und ob sie wirklich gut beraten waren, dieses Produkt zu wählen.

Sein Tipp: „Rein rechtlich ist da in vielen Fällen nicht viel zu machen, weil sich Banken und Versicherungen sicher im Rahmen der ihnen gegebenen Möglichkeiten bewegen, trotzdem sollten Vertragsunterlagen für Kapitalanlagen in dieser Höhe immer von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht geprüft werden.“

Zudem sollte in besonders krassen Fällen unbedingt das Gespräch mit Bank und Versicherer gesucht werden – auch im Nachhinein, z.B. im Rahmen einer professionellen Mediation. Solche Formen der Streitschlichtung sind oft günstiger und Nerven schonender als der Gang durch die gerichtlichen Instanzen. Jansen: „Aber auch der sollte nicht vermieden werden, wenn Banken und Versicherer Gebühren zu unrecht abziehen. Solche Verfahrensweisen sind immer wieder Inhalt von Rechtsstreitigkeiten bis hin zum Bundesgerichtshof. Hier wird im Sommer z.B. über die Zulässigkeit von Bearbeitungsgebühren bei Gewerbedarlehen entschieden. Jansen: „Wenn diese Entscheidung bankenkritisch ausfällt bekommen deutsche Kreditinstitute ein großes Problem!“

Das konkrete Beispiel erscheint dem Juristen aus Neuss als nicht besonders spektakulär: „So oder ähnlich werden viele Kapitalanlagen mit dem Geld der Anleger umgehen!“ Der BILD muss man leider vorhalten, dass das Blatt eventuelle Vorteile der Anlage vollkommen unberücksichtigt lässt und auch keine Vergleiche mit anderen Anlageformen vornimmt.

Bei Fragen zur Zulässigkeit von Gebühren steht Rechtsanwalt Markus Jansen Sparern und Versicherten deutschlandweit zur Verfügung.

Hier mehr zum Theme Streitschlichtung mit Banken erfahren

BGH zu den Widerrufsbelehrungen der Sparda-Bank

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Ein Kommentar zu “FlexiRente Strategie kommt in der BILD schlecht weg – 12.000 Euro Gebühren futsch”

  1. Claus sagt:

    Lol … ausgerechnet die Sparda-Bank (Genossenschafts-Bank), die bei ihren Kunden einen gewissen Vertrauens-Bonus inne hat.

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