“Ihr seid 800.000!” – Verbrauchergrundrechte gegen Abofallen

/ 27.08.2011 / / 138

Hat sich eigentlich was geändert durch das Berliner Urteil pro DOZ (Deutsche Zentral Inkasso)? Nein, denn hier ging es nur um die Klage gegen den Entzug einer Inkassogenehmigung, also nur um eine Anfechtungsklage gegen einen reinen Verwaltungsakt als Reaktion auf eine eher schlampig durchgeführte Linzenzentzug. Hätte die zuständige Richterin vor dem Entzug der Lizenz ein paar Auflagen gestellt und böse mit dem zeigefinger gewunken, dann wäre das Urteil anders ausgegangen. Man sieht, man kommt den Brüdern durch Schnellschüsse nicht bei. Das muss alles wohl überlegt sein.

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Wie geht es “nach Berlin” weiter? Einfacher denn je: Die DOZ hat nach eigenen Aussagen 800.000 offene Forderungen abzuarbeiten. Und das sind ja laut Michael Burat nur die wenigen Unzufriedenen – die meisten zahlen für outlets.de ja gern, freiwillig und ohne eine Mahnung abzuwarten.

Sie wird dran ersticken, denn: Wenn keiner zahlt, dann sind diese offenen Posten nur Arbeit, die man vorfinanzieren muss. Auch Massenmahnbescheide kosten 23 Euro pro Stück und werden die DOZ über 20 Millionen Euro kosten zuzugl. des eigenen Verwaltungsaufwandes.

Wenn die Opfer widersprechen sind diese 20 Millionen weg. Die DOZ erkauft sich damit nur die Möglichkeit, klagen zu dürfen. Wenn die Opfergemeinde stur des Hinweises aus ALLEN FOREN, VON VERBRAUCHERZENTRALEN UND BUNDESJUSTIZMINISTERIUM nicht zahlt und auf einen Mahnbescheid wartet, dann schrumpft die Kriegskasse der DOZ um 20 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass die Bearbeitung von Mahnbescheiden und die Vorbereitung von Klagen sehr viel Arbeit macht, was die Men-Power der DOZ sicherlich überfordern wird. Es müssen Leute eingestellt werden, weitere Rechtsanwälte auf dem freien Markt angeworben werden, die sich für sowas nicht zu schade sind.

Parallel dazu entwickelt sich eine opferfreundliche Grundstimmung bei Politik sowie bei Recht ausübenden Institutionen. Die DOZ bzw. Icontent haben ihre Prozesse bislang nur vor Amtsgerichten gewonnen, an denen Abofallen freundliche Urteile gesprochen werden oder haben Urteile erstritten, die absolut keine Recht prägende Bedeutung haben.

Daher gilt in Anerkennung aller rechtstaatlichen und moralischen Prinzipien bis zum Ende aller Abofallen

1. Zahlt nicht, wenn ihr die Forderung als unrechtmäßig anseht
2. widersprecht ein einziges Mal
3. Wartet auf den Mahnbescheid vom Gericht
4. Widersprecht dem Mahnbescheid
5. Geht mit einem guten Anwalt in eine mögliche Klage hinein.

Ich seh Herrn Burat schon wieder schäumen und wettern gegen den “durchgeknallten Netzindianer”, aber diese 5 Punkte sind nun mal der Weg, sich gegen eine Forderung zu wehren, wenn man die als Opfer als ungerechtfertigt ansieht.

Das hat nichts damit zu tun, dass “durchgeknallte Netzindianer” wie der verbraucherschutz.tv-Admin Opfer wider besseres Wissens falsch beraten. So macht man das halt, wenn man nicht bezahlen will, und so würde der Herr Burat es auch machen, wenn er was nicht bezahlen will. Und es ist auch nicht verboten, eine Zahlungspflicht anzuzweifeln.

Warum er dieses Grundrecht auf Schutz des Eigentums NICHT bei seinen Kunden sehen mag, ist eigentlich der Punkt, warum man seine Firmen als Abo-Fallen bezeichnen darf. Seltsam ist auch, dass gerade Abofallen-Betreiber am lautesten nach der Verantwortung und Entscheidungsfreiheit des mündigen und intelligenten Nutzers schreien, aber am Ende doch diejenigen sind, die am meisten verdienen, wenn uninformierte und zu sorglose User in ihre Fallen tappen.

Leute, seid stark! Beharrt auf euren Rechten und lasst euch nicht kirre machen. Ihr seid 800.000! Ihr habt es in der Hand! Lasst ihn 800.000 Mahnbescheide schreiben und dafür 20 Millionen Euro bezahlen – danach reden wir weiter.

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14 Kommentare zu ““Ihr seid 800.000!” – Verbrauchergrundrechte gegen Abofallen”

  1. Rauschebart sagt:

    Zitat: “Admin: Es gibt geschätzte 5000 Domains mit Abzockangeboten, wo willste die Liste hinhaben?”

    Waisenknabe LOL Ich nehme mal an, dass anhand der allein von Syndikus registrierten 16.000 Domains ein paar mehr sein dürften.

  2. PeterS sagt:

    Gestern habe ich noch meiner Tochter ins Gewissen geredet, die Internetseiten genauer zu lesen (Outlets.de) – jetzt bin ich selbst reingefallen (Routen-Planer.de) Die Schreiben, die Wortwahl, die Verfahrensweise – alles absolut identisch. Auch hier werden wir uns wie oben und in anderen von VS.tv aufgezeigter Art und Weise zu wehren wissen. Aber eine Bitte hätte ich dann doch noch. Gebt doch bitte den Hinweis, welche Internetseiten (wenn auch nicht vollständig, da ja ständig neue dazu kommen) betroffen sind. Hier kann man dann doch die Internetbrowser entsprechend einstellen, so noch nicht geschehen und vielleicht andere davor schützen.

    NB. Kennt jemand den Stand des Gerichtsverfahrens am Osnabebrück?

    Admin: Es gibt geschätzte 5000 Domains mit Abzockangeboten, wo willste die Liste hinhaben?

  3. Renate Dorn sagt:

    BITTE, bitte, nicht bezahlen und auch hier weiter lesen:

    http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article13544801/Bleiben-Sie-stur-und-zahlen-Sie-nicht.html

    Bitte,nicht bezahlen!!!

  4. MaryAnn sagt:

    Hallo Ihr 800.000 Betroffenen, die sich im Netz verfangen haben, lasst uns wie eine Mauer zusammenstehen und diese strategische Ausrichtung nach Plan des ADMIN. erfüllen, WIR können GEMEINSAM gewinnen, dann wird alles gut!!

    Admin: Ob dann alles gut ist weiß ich nicht, zumindest hilft es dir, den Dreck aus dem Kopf zu bekommen und dich um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kümmern zu können! Es haben sich auch nicht 800.000 verfangen. Ich denke dass ein ganz ganz großer Anteil dieser 800.000 Forderungen direkt in den Papierkörben landet, weil sich die Leute gar nicht damit befassen. Es befassen sich nur die damit, die Angst haben und nur mit denen machen Abofallen Geschäfte..Die, die keine Angst haben, brauchen auch nicht widersprechen, die können in aller Ruhe auf den Mahnbescheid warten, der wahrscheinlich eh nicht kommt. Aber wer Angst hat und wissen möchte, was er tun soll, der sollte sich an den 5-Punkte Plan halten..

  5. Rauschebart sagt:

    Ich würde es bevorzugen, wenn der Ton untereinander sachlicher bliebe, ansonsten könnten wir gleich auf das Niveau des sich selbst Savonarola Nennenden herab sinken.

    Zunächst bleibt mal festzuhalten, dass 800.000 Betroffene sehr individuell auf die dreist aufgemachten Forderungen reagieren werden und wahrscheinlich nicht über Aufrufe o.ä. aktivieren lassen. Den meisten wird es genügen, zu lesen, dass sie sicher sind, wenn sie gar nichts tun. Nur sehr wenige werden bereit sein, etwas darüber hinaus zu tun. Hierbei zeigt die Erfahrung, dass diejenigen, die sich ungeschickt dabei anstellen, Gefahr laufen, tatsächlich gerichtlich belangt zu werden. Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass min. 90 % der Prozesse gefälscht sind, zumindest aber sind in Pilotverfahren schon mal echte Opfer verklagt worden.

    Dem Admin sei gedankt für sein Engagement und die immer wieder geleistete Aufklärungsarbeit, aber Aufrufe um die 800.000 zu erreichen halte ich für illusorisch. (persönliche Meinung)

    Nur gebe ich ihm in einem wieder Recht, dass die tatsächliche gerichtliche Verfolgung die Abzocker vor eine unlösbare Aufgabe stellen würde, ja eher noch für sie gefährlich wäre, weshalb es bei der Eskalation der Drohkulisse durch ein Inkassoinstitut bleiben wird. Das ist aber schon mal erheblich weniger, als es die Mahnanwälte in Person eines Olaf Tank oder einer Katja Günther dargestellt haben.

    Was bleibt dem Einzelnen zu tun? Eigentlich nicht viel, außer sich kundig machen – ausführliche und auch gute Informationen sind mehr als reichlich vorhanden – und vor allem nicht zahlen, egal was Abzockers für ein Fass aufmachen.

    Die Kenner der Szene sind hingegen immer wieder erstaunt darüber, mit wem und was einem Niveau sie es denn zu tun haben. Wer glaubt, es mit ernst zu nehmenden Personen zu tun zu haben, wird bitter enttäuscht und ich weiß, worüber ich rede. Der Prokurist der DZI erinnert bestenfalls an einen Autoscooteraufseher oder Schiffschaukelbremser von der Kirmes.

    Zu dem sich selbst Savonarola Nennenden brauch ich ja kaum noch etwas sagen, der hat sich ja selbst als das geoutet, was er in Wahrheit ist. Ein verängstigtes Bürscherl, das wie das Kaninchen auf die Schlange in Form des anstehenden Prozesses in Frankfurt schaut.

    Ohne die dahinter stehenden RAe wären die gar nichts. Na ja, vielleicht Einkaufswagenzusammenschieber im Supermarkt. Wer aber wirklich der Hydra den Kopf abschlagen will, der braucht sich nicht mit den Zigarettenbürscherln aufhalten, der muss sich mit den Strukturen dahinter befassen und wird sehr schnell merken, dass es so einfach nicht sein wird, denen das Handwerk zu legen.

    Admin: Hallo Rauschebart – ich seh hier kein Sachlichkeitsproblem. Ich lasse mich nur nicht von meiner Linie abbringen. “Macht gar nichts” ist eine Aussage, die GRUNDSÄTZLICH falsch, verantwortungslos und mit mir nicht diskutierbar ist. Hier in diesem Forum gibt es eine klare Linie für den 5-Punkte-Plan.

  6. Doc sagt:

    Udo, dies ist purer Blödsinn was Du schreibst. Wer auf den Mahndrohmüll nicht reagiert, wird genauso wenig verklagt oder bekommt einen Gerichtlichen Mahnbescheid als der der meint sich besser zu fühlen wenn der einen Vordruck von der Verbraucherzentrale hinschickt, der bei den Abzockern höchsten im Müll landet oder mit einer frechen Standardantwort beantwortet wird.

    Ich habe weder auf den Mahndrohmüll reagiert noch gezahlt, außer paar Mahnungen mit den bekannten Drohungen und Beilagen kam nichts weiter. Und so ist es bei Tausenden anderen auch die genauso reagieren (sollten).

    Admin: Du propagierst die Lösung für den einzelnen, die Abofalle beendest du damit nicht und trägst auch keinen Anteil daran. Wer sich wegduckt ist kein Gegner. 800.000 die sich wegducken werfen keinen Schatten!

  7. Rauschebart sagt:

    Ich finde, die 5-Punkte-Regelung absolut in Ordnung.

    Wir sind alle keine Juristen und auch die staunen immer wieder über die Entscheidungen ihrer Kollegen.

    Bis dahin sollte die oben angezeichnete 5-Punkte-Regelung als “goldene Medikamentierung” für Empfänger frecher Forderungsschreiben Gültigkeit haben, um sich nicht den Abend oder sonstwas zu verderben. Wer dann noch tiefer hinein gehen möchte, der mag das tun. Für alle anderen gilt es, erst mal aufatmen.

    Admin: Man kann nicht einfach eine Forderung nicht widersprechen, für dich selbst entscheiden “Das ist Abzocke” und dann hinterher herumflennen, wenn man einen Prozess verliert. Sicher stehen die Chancen gut, dass outlets.de die Forderung NICHT gerichtlich durchsetzt, aber davon kann man nicht wirklich 100 % ausgehen. Eine Forderung sollte man widersprechen, so sieht es das System vor und würden wirklcih 800.000 Menschen widersprechen, schriftlich, evtl. sogar per Einschreiben (Annahme), dann wäre das schon mal ne logistische Herausforderung, denen die nicht gewachsen wären. Ihr seid 800.000 – das ist der Machtfaktor, Wenn sich 800.000 wegducken passiert nix, 800.000 müssen aufmucken, dann ist Schluss mit lustig!

  8. Doc sagt:

    “2. widersprecht ein einziges Mal”

    Für was? Du weißt ganz genau das dies nichts bringt. Am Ende reagiert der Betroffene falsch. Wer nicht darauf reagiert hat keinelei negativen Auswirkungen zu befürchten.

    “5. Geht mit einem guten Anwalt in eine mögliche Klage hinein.”

    Was soll das? Einen Anwalt braucht man erst wenn überhaupt was wegen einer Klage käme. Alles davor kann man ohne Anwalt machen.

    Admin:
    Sollte es zu Verfahren kommen stehen die, die widersprochen haben, einfach besser da. Kannst du gerne anders sehen – wir sind ein freies Land. Und zu Punkt 5 weiß ich nicht was du willst, ist doch genau das was ich geschrieben. Wichtiger Punkt ist ohne hin “guter Anwalt”….Ich würde das nicht mit einem Steuerrechtsexperten machen.

  9. Rauschebart sagt:

    Lassen wir doch die Emotionen aus dem Spiel. Ich habe vorhin mit einem Prozessbeobachter telefoniert, der mir bestätigt hat, dass die unterlegene Richterin sich nur äußerst schwach gewehrt hat und auch ansonsten keinen fitten Eindruck gemacht hat, weil sie z.B. weder gewusst, noch darauf hingewiesen hat, in Frank Drescher den Prokuristen des Masseninkassodienstleisters sowie den Erzeuger der den Beschwerden zugrunde liegenden Forderungen in Personalunion vor sich zu haben. Frank Drescher hat beispielsweise gewonnene Urteile der IContent und wie sie alle heißen, präsentiert. Was wäre denn geschehen, wenn die unterlegene Richterin die Urteile aus Alzey und Charlottenburg präsentiert hätte, die ja gerade auch die Personalunion bestätigt hätten?

    Ich kann mir vorstellen, hier noch nicht das letzte Wort gehört zu haben.

    So, Admin, habe ich Deinen Sa-Nachmittag gerettet LOL?

    Admin: Es ist doch völlig egal, was die für einen Eindruck gemacht hat und was die an Urteilen auf dem Tisch hatte – es ist wie es ist und wenn dein Prozessbeobachter sich das so auslegt, dass seine Wertewelt wieder in Ordnung ist, dann ist das seine Sache. Ich habe ein Urteil so hinzunehmen wie es ist und nicht in tausend “Was wäre den wohl wenn” zu verfallen bis die Welt wieder so ist, wie sie mir gefällt. Und das Urteil bestätigt eine Inkassolizenz – mehr nicht – und jeder Versuch da mehr hineinzudeuten als es hergibt ist der Sache nicht dienlich.

  10. Jason sagt:

    Schnellschüsse? Bis zum Verfahren am vergangenen Donnerstag sind doch an die 2 Jahre vergangen.

    Admin: Leute, ich bin aggressiv heute, also denkt nach bevor ihr postet: Dieses Verfahren war KEIN Lizenzentzugsverfahren, sondern eine Anfechtungsklage gegen einen Lizenzentzug, der über ein Jahr alt ist. Hätte die Richterin vor einem Jahr alles richtig gemacht, keinen Schnellschuss produziert und nicht nur auf die Schreier gehört, dann wäre die DOZ die Lizenz heute los. Aber nein: Es musste ratzfatz gehen und man sieht daran: Wenn Richter zu sehr vom Unrecht der Abofallen überzeugt sind, dann ist das auch nicht gut! Es ist zum verzweifeln, wenn selbst die intelligenten Leute hier nicht in der Lage sind die richtigen Schlüsse aus solchen Sachen zu ziehen und weiter Unsicherheit schüren…

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