Beispiele für kollektiven Rechtsschutz

/ 11.09.2015 / / 67

Immer mehr Rechtsschutzversicherungen ziehen sich aus der Finanzierung von Kapitalanlage-Rekonstruktionen zurück und verweigern insbesondere in Massenschadensfällen Deckungszusagen. Folge daraus wird sein, dass in Massenschadensfällen (Infinus, BWF, S&K, Proven Oil Canada etc) andere Möglichkeiten gefunden werden müssen, um mit wirksamem Rechtsschutz für Waffengleichheit zwischen Anbietern von Finanzmarktprodukten und Verbrauchern zu schaffen. Wir sind Betreiber der Ideensammlung www.kollektiver-rechtsschutz.de und wollen unter dem Dach unserer Initiative www.kapitalschutz.de an dieser Stelle einige Beispiele für kollektiven Rechtsschutz zusammentragen. Sie kennen weitere Beispiele? Bitte Info an info@verbraucherschutz.tv. Vorab: Auch in diesem Bereich gibt es gute und böse Protagonisten. Aber allein die Tatsache, dass es auch Schwarze Schafe gibt sollte niemanden davon abhalten, an das Gute und Sinnvolle von kollektivem Rechtsschutz zu glauben.

  • Kanzlei M. hat Adressen gesammelt und vertritt nun die Interessen einer Anlegergemeinschaft mit 300 betroffenen Mitgliedern. Ein großer Teil der Anleger hat entweder keine Rechtsschutzversicherung,  bekommt keine Deckungszusage oder hat die Rechtsschutzversicherung schon zu oft in Anspruch genommen. Die Kanzlei erstreitet in der Sache ein klares Urteil und konfrontiert die Gegenseite mit der Möglichkeit eines Gesamtvergleichs. Der Vorschlag wird angenommen.
  • Der Finanzdienstleister F. akquiriert über ein bestehendes Vertriebsnetzwerk tausende von widerrufswilligen Lebensversicherungskunden. Die Erstinformation, das gemeinsame Zusammenstellen der Unterlagen, die Erstprüfung und die Finanzierung eines Gutachtens über den entgangenen Nutzen ist für den Kunden kostenlos. Dieser Dienst wird nur im Erfolgsfall berechnet. Dass hier bis zu 40 % Gebühren anfallen bringt natürlich die Kritiker auf den Plan, die ihrerseits am bestehenden System auch nicht bemängeln, dass Rechtsschutz Geld kostet. Der Finanzdienstleister argumentiert, dass über die Erstattung des entgangenen Nutzens am Ende mehr Geld übrig bleibt, als wenn ein Einzelanwalt sich der Sache angenommen hätte.
  • Kanzlei S. sammelt Adressen und bekommt diese über einen Antrag auf Akteneinsicht beim für die Insolvenz einer Kapitalanlage zuständigen Amtsgericht. Die Betroffenen werden angeschrieben und um Interesse an einer zu gründenden Solidargemeinschaft gebeten. Ob diese Anlegergemeinschaft nun etwas kostet oder nicht und ob der Anwalt damit Geld verdient oder nicht, das tut hier nichts zur Sache. Fakt ist, dass ein einzelner Anleger nicht über die Werkzeuge verfügt, eine starke Solidargemeinschaft zu gründen. Auch hier sind die Kritiker schnell am Ball. Unsere Meinung: Wenn der Gesetzgeber der Gruppe keine Möglichkeiten gibt, sich im Kollektiv zu wehren.
  • Insolvenzverwalter K. hat es mit zigtausenden von klagewilligen Anlagebetrugsopfern zu tun. Er sucht den Kontakt zu einem Rechtsdienstleister, der als „Gemeinsamer Interessenvertreter“ die Interessen der gesamten Gruppe vertritt und die Solidargemeinschaft organisiert.

 

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Kollektiver Rechtsschutz

/ 11.03.2016 / / 303

Hinter dem Begriff „Kollektiver Rechtsschutz“ verbirgt sich eine EU-Initiative, mit der es Verbrauchern in Zukunft einfacher gemacht werden soll, erfolgreich und vor allem finanzierbar für ihr Recht kämpfen zu können. Als Herausgeber von www.verbraucherschutz.tv ist uns kollektiver Rechtsschutz seit fast 10 Jahren ein Bedürfnis, denn wir haben Tag für Tag mit der Machtlosigkeit einzelner Opfer zu tun. Ein besonders gutes Beispiel ist die seit Jahren andauernde Akquise-Methode der 1und1 Mail & Media GmbH als Verantwortliche für den Dienst „web.de“. Hier schlingern Verbraucher unwissentlich vom Gratismodell in eine kostenpflichtige Mitgliedschaft. Eine Einzelperson ist kaum in der Lage, hier für ihr Recht einzutreten. Würden 100.000 Menschen gleichzeitig für ihr Recht eintreten wollen, brächen wohl alle Beteiligten Systeme zusammen.

Ein gemeinsames Vorgehen mehrere Betroffener z.B. gegen Abofallen, Telekommunikationsdienstleiter oder Abmahner würde den Verbraucher im Streit auf Augenhöhe bringen mit Großunternehmen oder abgezockten Dienstleistern bei Wahrung einer mindestens notwendigen Überschaubarkeit.  weiterlesen

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Interessantes Rechtsschutz-Urteil

/ 24.05.2017 / / 236

Rechtsschutzversicherungen müssen für Durchsetzung eines Widerrufs auch zahlen, wenn der Versicherungsvertrag erst nach dem widerrufenen Vertrag zustande gekommen ist. Das Landgericht Offenburg hat mit Urteil vom 5.10.2010 entschieden, dass die Zürich Rechtsschutzversicherung für die Kosten eines Rechtsstreits im Zusammenhang mit einem Widerruf eines Vertrages auch dann aufkommen muss, wenn der widerrufene Vertrag vor dem Abschluss der Rechtsschutzversicherung geschlossen worden war. Allein entscheidend ist, dass der Widerruf und dessen Zurückweisung in die versicherte Zeit fallen. weiterlesen

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