Wohnmobile im Abgasskandal – LG Stade verurteilt Fiat

/ 22.04.2021 / / 18

Fiat Chrysler Automobiles (inzwischen Stellantis) hat im Abgasskandal eine weitere Niederlage einstecken müsse. Das Landgericht Stade hat den Autokonzern wegen Abgasmanipulationen bei einem Wohnmobil auf Basis des Fiat Ducato mit Versäumnisurteil vom 15. April 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 2 O 12/21).

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Der Kläger hatte Schadenersatzansprüche wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei seinem Wohnmobil Forster T 699 HB Fresh geltend gemacht. Basis des Wohnmobils ist der Fiat Ducato mit 2,3-Liter-Motor. Der Kläger vertritt die Auffassung, dass bei dem Modell die Abgasnachbehandlung schon nach ca. 22 Minuten deaktiviert wird. Damit ist sie lange genug für den rund 20-minütigen Testzyklus aktiv und hält dadurch im Prüfmodus die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß ein. Unter normalen Betriebsbedingungen würden die Grenzwerte jedoch deutlich überschritten. Daher handele es sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung.

Da sich Fiat zu den Vorwürfen nicht äußerte, folgte das LG Stade der Argumentation des Klägers und sprach ihm mit Versäumnisurteil Schadenersatz zu.

Auch das LG Koblenz hatte Fiat Chrysler Automobiles (FCA) mit Versäumnisurteil vom 1. März 2021 bereits zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 12 O 316/19). Dabei ging es um Abgasmanipulationen bei einem Wohnmobil Roller Team Zefiro 266TL, ebenfalls auf Basis eines Fiat Ducato mit 2,3-Liter-Multijet-Motor.

„Fiat äußerte sich in den Verfahren nicht zu den Vorwürfen. Das legt nahe, dass der Autokonzern die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung nicht widerlegen kann“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Hinweise auf unzulässige Anschalteinrichtungen bei Fiat haben sich im Sommer 2020 verdichtet, als die Staatsanwaltschaft Frankfurt Büroräume von FCA in Deutschland, der Schweiz und Italien durchsuchen ließ. Dabei ging es um den Verdacht unzulässiger Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco.

Damit hat der Abgasskandal auch Wohnmobile erreicht. Denn der Fiat Ducato stellt ebenso wie der Iveco Daily die Basis für viele Wohnmobile unterschiedlicher Hersteller. Die Urteile der Landerichte Koblenz und Stade sind zwar noch nicht rechtskräftig, „aber sie zeigen, dass gute Möglichkeiten bestehen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

 

 

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