Teilen und Zueigenmachen

/ 10.04.2017 / / 29

Das Verb “teilen” erhält eine ganz neue Bedeutung und für manchen Jugendlichen heißt “teilen” schon lange nicht mehr das Sharing des Schulbrotes, sondern das “Verteilen” von Nachrichten und Meinungen im Netz. Ob damit auch gemeint ist, dass man eine Meinung teilt, also einer Meinung ist, damit beschäftigte sich jetzt das Oberlandesgericht Dresden.

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Die Richter in Dresden meinen: Grundsätzlich führt ein bloßes Teilen bei Facebook noch nicht zu einem Zueigenmachen fremder Inhalte. Sollte dagegen ein Newsverteiler noch irgendwas kommentieren oder einen “Daumen hoch” anzeigen, dann liegt der Verdacht nahe, dass er die Meinung nicht nur geteilt hat, sondern auch teilt. Zugegebenermaßen verwirrend. Aufklärung gibt es von Rechtsanwalt Dr. Niklas Haberkamm, Partner bei LHR – Kanzlei für Marken, Medien, Reputation: „Das Urteil nimmt die inzwischen etablierte Funktion des „Teilens“ als neutrale Handlung und Informationsaustausch war. Dafür dass jemand die rechtliche Verantwortung für den Inhalt des geteilten Beitrags übernimmt, muss also noch etwas hinzukommen. Beispielsweise ist das ein „Like“ oder ein entsprechender Kommentar, der verdeutlicht, dass der teilende auch hinter dem geteilten Inhalt steht.”
Dr. Haberkamm hat Verständnis für die juristische Differenzierungspflicht: „Es muss dem Internetnutzer weiterhin möglich belieben, Inhalte versenden zu können, ohne dass er für den Inhalt sofort haftet. Es kommt aber immer auf den konkreten Einzelfall und auch den Kontext an, so dass man mit pauschalen Aussagen vorsichtig sein sollte
“Teilen” ist ohne das Hinzutreten weiterer Umstände daher nur ein Hinweis auf fremde Inhalte. Im vorliegenden Fall des OLG Dresden war ein “Zueigenmachen” bejaht worden, weil gerade noch ein Kommentar des Teilenden hinzu kam. Dr. Haberkamm ist Spezialist im Bereich der rechtlichen Haftung für Äußerungen im Internet und ist als Mitautor im Grünbuch “Digitale Courage” der österreichischen Regierung mit einem Artikel zur “Hassrede im Internet” vertreten.
(OLG Dresden, Urt. v. 07.02.2017 – Az.: 4 U 1419/16).

Mehrt dazu auf https://www.lhr-law.de/rechtsgebiete/medienrecht

Alternative Text
Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher keine
Kategorien: Verbraucherschutz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Wir würden uns über Ihr Like sehr freuen!

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Marco Werner: Ich hab vorhin einen Riss in der Windschutzscheibe entdeckt. Ich habe aber, vor...
  • Nikolaus Meier: Ich bin auf einen Betrüger reingefallen, Die Firma P.L. aus Frankreich. Ich...
  • Klaus: Geht so weiter – aktuelles Beispiel: o, Sehr geehrte Damen und Herren, Wir haben...
  • Karl Heinrich: Wir bauen gerade unser Haus und ich versuche dabei mich in den Brandschutz...
  • Lk media: Ja, das kenne ich. Mitbewerber benutzen weiterhin Paypal aber man selbst hat natürlich...

Newsletter

Tragen Sie sich jetzt in unseren Newsletter ein und bleiben somit immer auf dem Laufendem

Kategorien

Für Anwälte

Interessierte Kooperationsanwälte senden ein Mail an info@verbraucherschutz.tv

Tel.: 0800 000 1961