Kreditkartenmissbrauch ebay kleinanzeigen

Kreditkartenbetrug an Verkäufern durch „Ebay Kleinanzeigen Lieferservice“ – Kreditkartenmissbrauch

/ 30.10.2022 / / 598

Inhaltsangabe

Sicher bezahlen bei Ebay Kleinanzeigen

Ebay Kleinanzeigen wird zum großen Teil von Endverbraucher genutzt, die sich untereinander ihre Habseligkeiten verkaufen. Dementsprechend hat die Plattform auch eher eine private Note: Käufer und Verkäufer können direkt Kontakt miteinander aufnehmen und machen die Zahlungs- und Versandmodalitäten dann untereinander aus. Dies kann dann per Barzahlung, Paypal oder Überweisung geschehen. Seit einiger Zeit bietet Ebay Kleinanzeigen jedoch auch einen „Sicher bezahlen“ Service an, der sowohl Verkäufer als auch Käufer vor Betrug schützen soll.

Sebastian Koch

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Sebastian Koch ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht im im Bereich Vebraucherrecht fokussiert auf Kreditkartenmissbrauch und Onlinebanking-Betrug.


Sebastian Koch, Bad Nauheim
sebastian.koch@saleo-recht.de
06032/9300-31

Dieser Service wurde jedoch kurze Zeit später von Kriminellen als Vorwand genommen, um an die Kreditkarteninformation der Verkäufer zu gelangen. Da Verkäufer bei einem normalen Verkauf keinen Grund haben, diese Informationen zu teilen, schlagen die Betrüger einen Ebay Kleinanzeigen Lieferservice vor, der diese Information angeblich bräuchte.

Die Masche “Ebay Kleinanzeigen Lieferservice”

Dazu antworten sie erst auf Anzeigen und erklären, dass angebotene Objekt kaufen wollen. Danach schlagen sie vor, die Funktion „Sicher bezahlen“ zu verwenden und/oder den „Ebay Kleinanzeigen Lieferservice“ nutzen zu wollen. Dieser Lieferservice existiert jedoch nicht und Verkäufer sollten bei diesem Vorschlag sofort hellhörig werden. Die „Sicher bezahlen“-Funktion existiert zwar, kann aber auch missbräuchlich vorgeschlagen werden.

Externer Link = Betrug!

Von einem Betrug ist dann auszugehen, sobald der vermeintliche Käufer einen externen Link schickt, über den der Verkauf bzw. der Lieferservice abgewickelt werden soll. Meistens erfragt er dazu erst die Handynummer des Verkäufers und schickt dann eine Nachricht per Messenger oder SMS.
Über den Link kommt man auf eine Internetseite, die so aussieht als gehöre sie zu Ebay Kleinanzeigen, sodass Verkäufer dem Schein erliegen, dass sie ihre Daten geschützt weiter geben und nicht direkt an den Käufer.

Nachrichten sind Fakes

Die per SMS oder Messenger geschickten Seiten sind jedoch Fakes, mit denen Kriminelle sich die Konto- oder Kreditkarteninformationen der Verkäufer beschaffen. Die echte „Sicher bezahlen“ Funktion von Ebay Kleinanzeigen ist komplett im Ebay Kleinanzeigen Chat integriert und funktioniert ohne externe Links.

Wer seine Daten schon auf den betrügerischen Seiten angegeben hat und erst später Verdacht schöpft, sollte sofort seine Kreditkarte oder Kontokarte sperren. Wenn bereits Beträge in der Abrechnung oder den Kontobewegungen der Kreditkarte festgestellt wurden, die man selber nicht getätigt hat, können diese bei der Bank reklamiert werden.

Wichtig: Schnell reagieren

Dies sollte natürlich so schnell wie möglich geschehen. In den meisten Fällen ist die Bank zur Erstattung der betrügerischen Abbuchungen durch die eigenen Geschäftsbedingen verpflichtet. Oft wehrt die Bank sich jedoch dagegen und verweist auf die grobe Fahrlässigkeit des Kunden.

Dazu Sebastian Koch, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht im im Bereich Vebraucherrecht fokussiert auf Kreditkartenmissbrauch und Onlinebanking-Betrug:

“Die Banken machen es sich in der Regel viel zu einfach, indem darauf verwiesen wird, dass die Weitergabe von Kreditkarteninformationen generell grob fahrlässig sei. Sie verweisen dabei auf alte Urteile zu noch viel älteren Sachverhalten, die mit den modernen Angriffsmethoden der Täter aktuell nichts zu tun haben und daher auch nicht übertragbar sind.”

Dennoch sind Betroffenen oft zu beschämt darüber, dass sie auf den Betrug herein gefallen sind und zögern daher, die Reklamation der Beträge bei der Bank energisch genug einzufordern. Opfer einer Betrugstat sollten sich auf keinen Fall einreden, selbst Schuld zu sein und sich unbedingt Hilfe durch einen fachkundigen Anwalt holen, wenn die Bank die Reklamation nicht akzeptiert.

Leicht erklärt: Die Schuld der Bank

Eigentlich ist die Bank immer Schuld am Geldverlust, aber gerade im Umfeld der Ebay-Kleinanzeigen-Masche berufen sich viele Kreditkartenherausgeber zum einen darauf, dass die Masche hinlänglich bekannt ist, zum anderen darauf, dass man Verdacht hätte schöpfen können oder sogar müssen. In einer gerichtlichen Auseinandersetzung steht dann Aussage gegen Aussage, wobei Verbraucheranwälte konsequent und erfolgreich den Standpunkt vertreten, dass es schon auf den individuellen Nutzer und demnach auch auf eine individuelle Einzelbewertung ankommt.

Jemand der zum ersten Mal auf Ebay-Kleinanzeigen unterwegs ist und ansonsten eher der Enkelin das Internet überlässt, muss die Finten der Abzocker nicht kennen und vor allem ihre Tricks nicht erkennen müssen. Dass Leute, die sich wirklich damit auskennen, auf so etwas hereinfallen, ist nahezu ausgeschlossen. Passiert aber dennoch etwas und zwar weil die Methoden natürlich immer ausgefeilter und die Berugsmaschen immer perfekter werden, dann wird die Bank nicht Schritt halten können mit den Betrügern.

Unserer Meinung nach dürfte ein Trickbetrug über dies Masche gar nicht möglich sein, hier fehlt es an entsprechenden Sicherungsmaßnahmen der Bank und weil es die nicht gibt und die Bank den Missbrauch nicht verhindern kann, ist sie auch schadensersatzpflichtig.

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Ein Kommentar zu “Kreditkartenbetrug an Verkäufern durch „Ebay Kleinanzeigen Lieferservice“ – Kreditkartenmissbrauch”

  1. Hubert sagt:

    Nie und nimmer würde ich meine Kreditkartennummer da angeben!!!

    Selber denken kann einem viel Stress ersparen

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