Guter Rat von Verbraucherschutz bis Abgasskandal

Voller Schadensersatz bei verspäteten Anschlussflügen

/ 26.02.2013 / / 45

Verspätete Anschlussflüge waren im mittlerweile recht engen Geflecht der verbraucherfreundlichen EuGH-Urteile immer noch nicht wirklich gut geregelt. Eine aktuelle Entscheidung schließt diese Lücke nun mit einem Urteil zum Aktenzeichen C-11/11. weiterlesen

Auch nach Vulkanausbruch sind Airlines für ihre Kunden verantwortlich – Ryanair muss zahlen

/ 01.02.2013 / / 43

Der Vulkan Eyjafjallajökull hatte 2010 einigen Staub aufgewirbelt – so viel, dass der Luftraum über Europa schwer beeinträchtigt war und teilweise sogar gesperrt blieb. Aufgrund geltender Rechtsprechung war sich eine Passagierin sicher, Anspruch auf Kostenerstattung zu haben und trug diesen ganz besonderen Fall nun bis zum EuGH, immerhin hatte Sie eine Woche an Ihrem Urlaubsort auf den nächstmöglichen Flug warten müssen. Die Fluggesellschaft berief sich auf die extreme Außergewöhnlichkeit der Umstände und verweigerte eine Kostenbeteiligung.

Jetzt hat der Europäische Gerichtshof gut drei Jahr nach den ersten Forderungen von Fluggästen, die von dem Ascheregen betroffen waren, ein Urteil gegen den Billigflieger Ryanair gefällt. Diese hätte einem Fluggast auch in dem Fall betreuen müssen, wenn außergewöhnliche Umstände wie zum Beispiel Flugraum-Sperrungen zu Flugannulierungen führen. Gründe für den Flugausfall seien nicht maßgeblich.

Die nun obsiegende Klägerin hatte wegen des Vulkanausbruchs gut eine Woche in ihrem Hotel am Mittelmehr fest gesessen und war hier von ihrer Fluglinie nicht betreut worden. Nun hat kann sie ihren höchstrichterlich bestätigten Schadensersatzanspruch geltend machen. Flugrecht-Experte Peter Ganz-Kolb, Rechtsanwalt in Mannheim, freut sich schon jetzt auf weitere Details aus der Urteilsbegründung: “Nach diesem Urteil kann sich keine Fluggesellschaft mehr mit dem Argument ‘außergewöhnliche Umstände’ aus der Schadensersatzpflicht herausreden – denn außergewöhnlicher können Umstände kaum noch sein!”
(Az: C-12/11)

Mehr Themen rum um Flugausfall-Entschädigung

Entschädigung nach Flugverspätung

/ 22.06.2012 / / 416

Immer mehr Menschen fliegen in den Urlaub oder zur Arbeit. Und natürlich geht auch immer wieder mal etwas schief. Flugverspätungen sind für alle Seiten ein ärgerliches Thema. Aus rechtlicher Sicht ist es eine ganz klare Sache: Für eine Verspätung ist ebenso eine pauschale Entschädigung gerechtfertigt, wie bei einer Überbuchung, einer Streichung oder der kompletten Annulierung des Fluges. Betroffene sollten daher prüfen, ob sie den Ärger über Flugverspätungen klaglos hinnehmen, oder ihre Ansprüche geltend machen wollen. weiterlesen

Schiedsstelle für Flugärger

/ 11.02.2012 / / 110

Das Bundesverbraucherschutzministerium hat sich mit Vertretern der in Deutschland aktiven Fluglinien auf die Schaffung einer Schiedsstelle zur außergerichtlichen Einigungen bei Streitigkeiten zwischen Fluglinie und Passagieren geeinigt. Ähnlich der für Bahnfahrende schon jetzt nutzbaren Schiedsstelle soll der neue Beschwerdeanlaufpunkt berechtigte oder unberechtigte Beschwerden im Vorfeld prüfen und nach Möglichkeit Einigungen herbeiführen, ohne dass Passagiere den Klageweg antreten müssen. Streitfälle könnten vermisste Gepäckstücke, Unannehmlichkeiten durch Überbuchung von Flügen oder Probleme nach Flugausfällen sein.