THG, Co2-Abgabe – Wer erkennt die Fehler im System?

/ 28.04.2022 / / 4

Wer erkennt den Fehler im System? Der eine hat  Geld und kauft sich ein neues E-Auto, idealerweise einen 300 km/h-schnellen Tesla vom Tec-Messias Elon Musk, der andere hat kein Geld und geht zu Fuß. Der eine kassiert über die THG-Quote noch eine Prämie aus dem Emissonshandel, während der ander die Folgen seiner konsequenten Co2-Vermeidung täglich teuer bezahlt: Er läuft zu Fuß zur Arbeit oder mit dem Rad zum Einkaufen.

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Machen wir uns zuerst mal Gedanken über den einen: Der hat seinen Benziner in Zahlung gegeben und damit seinen ökologischen Fußabdruck nicht um ein Gramm Co2 verringert, – im Gegenteil – weil durch den Verkauf nochmals 10 Jahre lang Co2 von jemandem in die Luft geblasen wird, der sich kein E-Auto leisten kann. Nun beantragt der E-Mobile noch eine Auszahlung gemäß der THG-Quote. Diese 400 Euro zahlt ein Mineralölkonzern aus der Kaffee-Kasse, um der gesetzllichen Pflicht nachzukommen, für in den Verkehr gebrachte fosssile Brennstoffe eine Art Strafe zu leisten. Er bezaht aber nicht wirklich ein Strafgeld, sondern kauft entsprechend des Umfanges des von ihm in Verkehr gebrachten Co2 ein Zertifikat. Dieses Zertifikat wird öffentlich gehandelt. So kann z.B. ein E-Auto-Fahrer, der KEIN Co2 mehr verursacht, diesen persönlichen Beitrag zur Klimarettung  an das Unternehmen verkaufen.

Das Unternehmen kann rein theoretisch aus seinen Gewinnen – und die sind in krisenzeiten besonders hoch – so viele Zertifikate aufkaufen, bis es in der Auf- und Abrechnung klimaneutral dasteht.  Es erkauft sich diese Klimaneutralität also dadurch, dass der Individualverkehr weiter gefördert wird und bezahlt so die Endergiewende. Auf diese Art kann sogar ESSO zum Klimaschützer werden.

Grundsätzlich habe ich damit kein Problem. Aber da stimmt doch was nicht?

Beispiel ich: Ich fahre einen Vw T5 aus dem Jahr 2014 und nutze ihn aktuell vor dem Hintergrund der steigenden Kosten ausschließlich, damit meine Frau ihren kranken Vater im Krankenhaus besuchen kann. Den Rest erledigen wir zu Fuß, mit dem Rad oder der Vespa (Sorry dafür…). Mein ökologischer Fußabdruck ist damit deutlich kleiner als der von jemandem, der seinen T5 z.B. an einen Vielfahrer verkauft und sich ein  – Auto zulegt, das zwar kein Co2 im Betrieb, aber doch erheblich in der Produktion freigibt. Vom Verbrauch sonstiger Ressourcen von Wasser, Energie bis zur Vergeudung seltenen Erden gar nicht zu reden. Eigentlich müsste der E-Mobilist ersteinmal die Co2-Schuld seiner Neuerwerbung abbezahlen bevor er kassieren darf.

Ich bekomme aber keinen Pfennig, außer dass ich durch seltene Tankstellenbesuche spare und nicht dazu beitrage, die Umsätze der Mineralölkonzerne großartig zu fördern. Beim Laufen klimpern mir die Euros in der Tasche – aber nur bis zum nächsten Einkauf, bei dem ich wieder die durch Co2-Schulden steigenden Verbraucherpreise mitbezahlen muss.

Dann kommt die staatliche Anordnung, den Treibstoffpreis um 30 Cent bei Benzin und 14 Cent bei Diesel zu subventionieren. Was nicht subventioniert wird: Zu Fuß gehen oder Radfahren.

Man könnte die aktuellen Paradoxien fortsetzen von den Waffenlieferungs-Predigten der Grünen bis zur staatlichen Verweigerung von Reichensteuer und Lastenausgleich zur Finanzierung der Pandemie. Am Ende käme nur immer die gleiche Schlussfolgerung heraus: Der Kapitalismus setzt sich durch  – immer. Und die Logik bleibt auf der Strecke. Wer gedacht hat, dass mit der Energiewende auch ein wirkliches Umdenken stattfindet: “Träumt weiter!”

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