Verbraucherschutz im Internet – Hilfe bei Abzocke, Abmahnung & Abgasskandal

Rechnung / Mahnung / Inkasso: Mediapool & friends UG – Nur Ärger statt SexyDate

Mediapool & Friends UG

 

“SexyDate” und “VerboteneFrauen” sind vermeintliche Dating-Plattformen, die aufgrund eines angeblichen Vertragsschlusses hohe Mitgliedsgebühren mit Mahnung und Inkasso einfordern, sogar der Klageweg wird bestritten. Wir informieren Sie über Ihre Möglichkeiten gegen die Mediapool & Friends UG.

Inhaltsangabe:

Verbraucherschutz.tv hat seit Jahren mindestens ein kritisches Auge auf alle möglichen Sex- und Dating-Portale. In den letzten Monaten mehren sich wieder Fragen, Hinweise und Beschwerden über Angebote, bei denen wohl sicherlich um vieles geht, aber nicht um echten Sex und echte Dates. Eine dieser Single-, Sex-, Datingbörsen ist SexyDate. So wie’s aussieht melden sich hier Männer an, verlieren den Überblick darüber, was ein Vertrag ist oder nicht – klicken hier und klicken da und bekommen nach ein paar Wochen erstmal Rechnungen, dann Mahnungen und am Ende sogar ziemlich ernsthaft klingende Post von Inkassounternehmen. Alles also, außer Sex und Dates.

Gibt’s überhaupt das SexyDate ?

Rechtsanwalt Dr. Hoffmann aus Kiel geht noch einen Schritt weiter. Er bezweifelt in einer seiner Veröffentlichungen, dass es die Börse mit der versprochenen Funktionalität auf der SexyDate-Plattform überhaupt gibt, und dass es natürlich auch die Kontakte zu “echten Frauen” gibt. Wo sollten die denn auch herkommen? Sinn würde das machen: Warum den Jungs noch geile Sex-Kontakte bieten, wenn sie sowieso zahlen – muss man sich die Arbeit nicht machen.

Rechtsanwalt Dr. Hoffmann: “Dort heißt es etwa: Singles warten auf dich – Online Dating mit unserer Singlebörse. Auf der Seite werden dem Besucher ausschließlich Bilder von Frauen gezeigt, die man auf der Plattform offenbar kennen lernen können soll. Bereits hier könnte man sich die Frage stellen, warum eigentlich keine Bilder von männlichen Personen angezeigt werden. Offenbar soll eine klare Zielgruppe angesprochen werden. Wenn allerdings ausschließlich Männer angesprochen werden, bleibt fraglich, wie die weiblichen Mitglieder auf die Plattform gelangt sind. Erstaunlicherweise haben bisher auch ausschließlich männliche Personen meine Hilfe gegen SexyDate benötigt. Daraus könnte man schließen, dass Frauen entweder keine Probleme mit dem Unternehmen haben oder aber gar keine echten Frauen bei SexyDate angemeldet sind.”

VerboteneFrauen

Neben SexyDate betreibt das Unternehmen Mediapool & friends UG auch das Angebot VerboteneFrauen.com mit der gleichen Masche. Auch bei VerboteneFrauen gibt eine “SchnupperPhase”. Wer in der Abofalle steckt bekommt rechnungen von der Mediapool & friends.

Worum geht’s da überhaupt?

Rechnungen für SexyDate oder verbotenefrauen kommen von der Mediapool & friends UG per E-Mail. Auf den Rechnungen für SexyDate werden Mitgliedsbeiträge für die Zeit von 11 Monaten eingefordert – insgesamt 488,84 Euro sowie 9,99 Euro für den ersten Monat der Mitgliedschaft. Rechnungsempfänger staunen nicht schlecht, dass auf der Rechnung sogar ein Foto des Rechnungsempfängers aufgedruckt wird. Warum man sowas macht? Ganz einfach: Das Foto ist Teil der Kausalitätskette, mit der die Mediapool & friends UG nachweisen will, dass der Kunde sich wirklich angemeldet und dabei sogar sein Foto hochgeladen hat. Andererseits beweist das Foto NICHTS. Wird nicht gezahlt, folgen nervige Erinnerungen von SexyDate.

Zahlen oder Telefonterror

Werden die Rechnungen nicht innerhalb der Frist ausgeglichen, folgen häufig SMS-Nachrichten, die den Druck offenbar erhöhen sollen. Dabei wird auch damit gedroht, dass eine Klage eingereicht wird. Der Kundenservice von SexyDate bietet dafür großzügig Hilfe an. In einigen Fällen wird den Betroffenen dann angeboten, gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr, den angeblichen Vertrag sofort aufzulösen. Auch hier wieder ein kleiner Taschenspielertrick: Bei den versendeten Unterlagen findet sich auch ein „Interner Verweis“ – so als ob da zufällig ein Hinweis auf das bald eröffnete Mahn- und Inkassoverfahren in der Kundenpost landet. Auch hier wird fleißig an einer durchaus stimmigen Drohkulisse gearbeitet. Der “Interne Vermerk kündigt an, dass „INKASSOVONMORGEN“ – ein Projekt der CLAIM Rechtsanwalts GmbH aus Köln – mit der weiteren Belästigung zahlungsunwilliger Kunden beauftragt werden soll.

Lässt man sich von diesen Drohszenarien nicht einschüchtern, erhalten die Betroffenen im nächsten Schritt dann wirklich Zahlungsaufforderungen von “InkassoVonMorgen”. Was sich anhört wie der neue James-Bond-Film ist nichts anderes als die enge Zusammenarbeit einer Abofalle mit einem darauf spezialisierten Geldeintreiber. Sowas hat’s immer schon gegeben: Man denke an die innige Beziehungen, die der damalige Abofallenkönig Michael Burat zu seinen Rechtsanwälten, z.B. dem mittlerweile Ex-Anwalt Bernhard S. oder dem immer noch fleißig in Sachen Recht unterwegs befindlichen Olaf T. pflegte – ohne Anwalt im Hintergrund kann eine Abofalle nicht existieren und so Anwälte können sich wirklich einiges erlauben, bis sie an ihre Grenzen stoßen.

Rechtsanwalt Oliver Lüsgens fordert im Namen der CLAIM Rechtsanwalts GmbH dann 1.080,16 € für eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten bei SexyDate. Rechtsanwalt Oliver Lüsgens steckt übrigens auch als juristischer Arm hinter falschparkermelden.de und macht mit “modernen Meldesystemen” nach Schätzung des Kölner Express jährliche Umsätze in Millionenhöhe. Falschparkermelden.de ist wiederum Partnerportal – ja von wem denn wohl? Genau: der Mediapool & friends UG.

Wer Probleme mit Mediapool & friends UG, SexyDate oder der CLAIM Rechtsanwaltsgesellschaft hat, kann sich gerne an info@verbraucherschutz.tv wenden für die Vermittlung eines in der Sache erfahrenen Rechtsanwaltes.

VZ empfiehlt, zeitnah und richtig zu reagieren

Hilfe bietet auch die Verbraucherzentrale Thüringen auf Ihrer Info-Seite zum Thema SexyDate an. Die VZ empfiehlt, die Schreiben keinesfalls zu ignorieren. Hintergrund: Ohne geeignete und fristgerechte Widersprüche kommt irgendwann ein offizieller Mahnbescheid vom Amtsgericht. Wird auch hier die passende Antwort verpasst, dann hat die Mediapool & friends UG einen pfändbaren Titel.

Musterbrief an die Mediapool & Friends UG zur SexyDate-Abzocke

Die Verbraucherzentrale Thüringen hat einen interaktiven Antwortbrief für Opfer der SexyDate-Abofalle ausgearbeitet. Er kann auf der Seite der Verbraucherzentrale Thüringen heruntergeladen werden.

Groß und klein Gedrucktes

Auf der Website gibt es jede Menge Groß und Klein gedrucktes, z.B. den Hinweis auf ein 14-tägiges Widerrufsrecht im Rahmen der “Schnupperphase”. Alle uns bekannten Fälle haben das Portal während der Schnupperphase egar nicht nutzen können und mussten davon ausgehen, dass gar kein Vertrag zustande gekommen ist. Wichtig: Wer zahlt und nicht rechtzeitig kündigt, der verlängert sein Abo automatisch.

“Klagen die wirklich?”

Offensichtlich ja: Es liegen offenbar erste Klagen gegen angebliche Nutzer der SexyDate-Plattform vor. Ob diese Erfolg versprechend sind oder nicht, kann aktuell nicht gesagt werden. Klar ist nur, dass die Betreiber offensichtlich Druck aufbauen wollen. Dafür geht man unter Umständen sogar das Risiko ein, eine Klage zu verlieren. Allerdings: Bevor so eine Klage entschieden wird, dauert es ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit sorgt eine Klage-Szenario für Druck. Es ist davon auszugehen, dass die Mediapool and Friends UG in den Fallen Klage einreicht, in denen Opfer Fristen nicht eingehalten haben. Damit haben sie natürlich ein gutes Argument in der Hand. Wer verklagt wird sollte einen spezialisierten Anwalt beauftragen. Wir vermitteln Ihnen gern der passenden Experten.

Über die Website

Prüft man die sexy-date.website über die im Internet frei verfügbaren Tools wie zB, scamadviser.com, dann können zumindest bestehende Verdachtsmomente nicht ausgeschlossen werdem. Demnach nutzen mehrere Spammer und Betrüger das gleiche Hosting-Unternehmen, bzw. den Dienst, der kostenpflichtig die Identität des echten Herausgebers schützt. Weitere Hinweise: Die Website wurde erst kürzlich registriert und ist nicht für Suchmaschinen optimiert. Letzteres lässt vermuten, dass der offene Zugang zum Markt gar nicht gewünscht ist, wie es normalerweise Ziel seriöser Portale ist. Kundschaft sucht sich sexy-date.website vermutlich ausschließlich über Spam-Mails.

Sexy-date.website nutzt den dienst PrivacyProtect.org, der gern von Versendern unerwünschter Werbe-eMails (Spammer) genutzt wird, um Identitäten der Absender zu verdecken. Mit diesem Angebote ist eine anonymen Domain-Registrierung möglich. Es gibt keine Beweise, aber es gibt kausale Ketten: Wenn ein Unternehmen nicht durch Suchmaschinenoptimierung einen Marktzugang herstellt, dann durch illegale Spams, die im B2C-Bereich in Deutschland verboten sind, mithin natürlich auch die daraus folgenden Vertragsanbahnungen. sexy-date.website ist NICHT im Google-Verzeichnis gelistet, weder die Startseite noch die Unterseiten sind indiziert (Stand Februar 2022).

VZ mahnt Mediapool & friends UG ab

Wegen der vervraucherfeindlichen Braktiken hat der Bundeverband der Verbraucherzentralen schon juristische Schritte eingeleitet, insbesondere in bezu auf die in den Rechnungen verwendeten Fotos. Wir zitieren den Verband:

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat die Mediapool & friends UG Ende 2021 aufgrund mehrerer nicht rechtmäßiger Praktiken bei „Sexydate“ abgemahnt. Unter anderem, weil durch die Fotos auf den Rechnungen aggressiv Zahlungsdruck ausgeübt wird und, weil in den AGB steht, dass persönliche Kunden-Daten an dritte Onlinedienste weitergegeben werden.

 

Warum schreiben wir das hier?

Wir haben nichts gegen gute Geschäftsideen und kennen keine der beteiligten Personen persönlich. Wir haben lediglich auf Bitte merherer Nutzer unseres Informationsdienstes Details zusammengetragen. Wir sind uns durchaus bewusst, dass es auch immer etwas an der Dummheit und Unerfahrenheit der Nutzer liegt, dass solche Angebote funktionieren. Nach Schuld oder Verantwortung fragen wir nicht. Wir versuchen nur ein paar Details zu klären, damit alles transparenter wird. Mich hat der Herausgeber eines ähnlichen Angebotes vor rund 10 Jahren bis zum Bundesgerichtshof getrieben. Sein massives Law-Bashing gegen mich und einen Mitarbeiter war aber letzten Endes nicht erfolgreich – weil ich im Recht war und mir einen guten Anwalt leisten konnte. Wenige der derzeit betroffenen Personen werden einen Anwalt hinzuziehen. Viele werden sich schämen, der Familie gegenüber zuzugeben, auf der Suche nach Sex-Dates gewesen zu sein. Viele werden irgendwann zahlen – und das finde ich halt nicht in Ordnung.

 

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