Wie erkenne ich Kunstfälschungen?

/ 07.04.2021 / / 48

Der Kunstmarkt boomt. Immer mehr Menschen möchten ihre eigenen Wände mit Kunstwerken großer Künstler schmücken – allerdings übersteigt die Nachfrage das Angebot. Die Konsequenz daraus ist, dass die Gesamtzahl der angebotenen Kunstwerke auf dem Markt einen Fälschungsanteil von ganzen 40 Prozent aufweist, im Bereich der Druckgrafiken liegt dieser sogar zwischen 60 und 70 Prozent. Da die Kunstfälscher stetig professioneller vorgehen und auch Gutachten oft nicht echt sind, müssen in letzter Instanz wissenschaftlich-technische Methoden genutzt werden. Um zu überprüfen, ob es sich bei einem Gemälde oder anderen Kunstwerk um ein original handelt, stehen folgende Methoden zur Verfügung.

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Die Durchstrahlungstechniken

Um die Echtheit eines Kunstwerkes zu überprüfen, kann dieses beispielsweise mit Strahlen in verschiedenen Wellenlängen bestrahlt werden. Wird normales Licht im Rahmen der Untersuchung genutzt, tritt die Struktur der Oberfläche des Gemäldes hervor. So wird es etwa möglich, eine Unterscheidung zwischen einem pastos gemalten Ölbild und einer gedruckten Farbgrafik vorzunehmen.

Auch Schwarzlicht kann eingesetzt. werden, um Kunstwerke genauer unter die Lupe zu nehmen. Die jeweilige Beschaffenheit des Gegenstandes entscheidet darüber, in welcher Farbe er fluoresziert, wodurch wiederum Rückschlüsse auf die Materialzusammensetzung gezogen werden können. Kürzlich angefertigte Skulpturen leuchten so etwa violett, antike Skulpturen aus Marmor jedoch eher gelblich-grün.

Infrarotlicht erlaubt noch tiefere Einblicke, da das Licht von verschiedenen Materialien anders absorbiert und reflektiert wird. So können die Tiefen eines Gegenstandes abhängig von der jeweiligen Wellenlänge sichtbar gemacht werden. Auf diese Weise ist es möglich, zum Beispiel Raster oder Vorzeichnungen der Fälscher, die sich unter der dünnen Malschicht befinden, zum Vorschein zu bringen. Auch frühere Signaturen, die für die Fälschung übermalt wurden, können so entdeckt werden.

Die Holzanalyse

Schwieriger gestaltet sich die Analyse, wenn es darum geht, Holzobjekte, wie Musikinstrumente, Figuren, Möbel oder Bildträger zu untersuchen. Dies gilt besonders bei neuzeitlichen Fälschungen, bei denen altes Holz benutzt wurde. Angewendet wird dann die Spektrographie.

Für diese wird eine Probe aus dem Holz entnommen. Die Holzmoleküle werden in dem Spektrometer dann mit Infrarotstrahlen bestrahlt. Auf dem Bildschirm wird so für jedes Alter und jede Holzart eine charakteristische Schwingungskurve sichtbar. Durch die in Erscheinung tretenden Spitzen und Tiefen werden die Absorptionsfrequenzen und somit die chemischen Veränderungsprozesse deutlich, welche das Holz über die letzten Jahrhunderte beeinflusst haben.

Im Holzinneren sind nur langsame Veränderungen möglich, durch Bakterien und Witterungseinflüsse läuft die Degeneration der Außenhaut jedoch recht schnell ab. Werden die Spektren der äußeren und innen Schichten verglichen, werden zwei verschiedene Kurven sichtbar, an denen sich ablesen lässt, ob das alte Holz lediglich zu Zwecken der Fälschung genutzt wurde.

Die chemisch-analytischen Prüfverfahren

Die Analyse des Materials stellt eine weitere Möglichkeit dar, um Fälschungen aufzudecken. Um Textilfasern oder Farben hinsichtlich ihrer Zusammensetzung oder Herkunft zu untersuchen, reichen bereits sehr geringe Proben aus.

Das Verfahren verfolgt das Ziel, Substanzen zu finden, die zu der angeblichen Entstehungszeit des jeweiligen Kunstwerkes noch gar nicht verbreitet waren.

Im Rahmen von Vergleichsproben und der Untersuchung von Spurenelementen ist es daneben möglich, zu bestimmen, woher die genutzten Pigmente stammen. Beispielsweise weist das italienische Bleiweiß einen wesentlich geringeren Anteil an Antimon und Silber auf als das niederländische. So besteht die Möglichkeit, die Echtheit von Provenzienangaben auf Bildern zu prüfen.

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