Porsche Cayenne im Abgasskandal: LG Stuttgart spricht Schadensersatz zu

/ 07.01.2020 / / 37

Auch wenn die Motoren von Audi geliefert wurden, muss die Porsche AG für Abgasmanipulationen bei ihren Fahrzeugen geradestehen. Das zeigt auch ein Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 12. November 2019 (Az.: 24 O 140/19). Das Gericht entschied, dass Porsche einen von Abgasmanipulationen betroffenen Cayenne S 4,2 TDI zurücknehmen und den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erstatten muss.

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat für den Porsche Cayenne 4,2 Liter Diesel mit der Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 einen Rückruf angeordnet. Grund ist die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung. Das LG Stuttgart entschied nun, dass Porsche den Kläger durch die Abgasmanipulationen sittenwidrig geschädigt habe und zum Schadensersatz verpflichtet ist.

Aus Profitstreben seien Fahrzeuge mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung in den Verkehr gebracht und Aufsichtsbehörden und Verbraucher systematisch getäuscht worden. Auch wenn die betroffenen Dieselmotoren von der Konzernschwester Audi geliefert wurden, müsse Porsche dafür die Verantwortung übernehmen, so das LG Stuttgart. Zumindest ein Mitarbeiter von Porsche müsse Kenntnis von den Abgasmanipulationen gehabt haben und Porsche hafte auch für diesen Mitarbeiter als Verrichtungsgehilfen.

Der Kläger sei durch die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden. Der Schaden sei schon mit Abschluss des Kaufvertrags über ein so nicht gewolltes Fahrzeug entstanden. Dieser Schaden könne auch durch die Installation eines Software-Updates nicht beseitigt werden. Der Kaufvertrag müsse daher rückabgewickelt werden, so das LG Stuttgart. Porsche muss den Cayenne daher zurücknehmen und den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer erstatten.

„Auch bei den größeren V6- und V8-Diesemotoren, die in diversen Modellen von Porsche, Audi oder VW verwendet werden, wurden unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet. Wie inzwischen eine Reihe von Urteilen zeigt, bestehen auch bei diesen Fahrzeugen gute Chancen, Schadensersatzansprüche durchzusetzen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung, Kooperationspartner der IG Dieselskandal.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Udo Schmallenberg: 0800 000 1961 – bitte mal anrufen- man kann den Wertverlust einklagen
  • Wilhelm Ehrhard: Tiguan Diesel 10/2010 gekauft 11/2013 verkauft (mit Verlust ) was passiert in...
  • Jade Labrentz: Genau was Sie hier ansprechen ist mir letztes Jahr passiert. Ich wurde gekündigt...
  • Rüdiger Kammerhoff: Meine Strafanzeige vom 12.2.2019 wegen Betruges durch VW, dass mein Tiguan...
  • Romano Alschner: T6 bi tdi 204 PS reist immer wieder das verbindungsrohr von agr kühler

Schnellkontakt

Newsletter

Tragen Sie sich jetzt in unseren Newsletter ein und bleiben somit immer auf dem Laufendem

Kategorien

Für Anwälte

Interessierte Kooperationsanwälte senden ein Mail an info@verbraucherschutz.tv

Tel.: 0171 53 55 710