Rückruf für Euro 4 Diesel: AUDI muss alte 6-Zylinder A4 und A6 zurückrufen – EA896

/ 08.11.2019 / / 200

Was denn noch? Das Kraftfahrtbundesamt fordert AUDI auf, sich in der Schadstoffklasse 4 zu erklären. Man kündigt die Anordnung eines behördlichen Rückrufes für 6-Zylinder-TDI-Modelle an (Audi A4 und Audi A6), um nachgewiesene Abschaltvorrichtungen zu deaktivieren. Damit wären nun auch offiziell Autos vom Abgasskandal betroffen, die vor 2010 gebaut wurden. AUDI-Sechzylinder-Motoren des Typs EA896 mit 2,7 Hubraum stoßen demnach auch in der Schadstoffklasse deutlich mehr NOx aus, als in der Zulassungsgenehmigung vorgeschrieben. Der Wert soll 250 Miligramm pro Kilometer nicht überschreiten. Tut er aber und zwar um ein Vielfaches.

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40.000 Euro-4-Audis betroffen

AUDI dazu: “Am 5. November hat das KBA einen Rückruf für Audi-A4- und A6-Modelle aus den Jahren 2004 bis 2009, in denen ein V6-2.7l-TDI-Motor verbaut ist, angeordnet. Ersten Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund 40.000 solcher Fahrzeuge zugelassen. Audi steht hinsichtlich der Abarbeitung mit dem KBA in enger Abstimmung.” Laut KBA-Informatinen soll es sich bei der nachgewiesenen Manipulationssoftware um die sogenannte “Prüfstandserkennung” handeln, die auch bei den EA189-Motoren der Konzernmutter VW nachgewiesen wurde. Der Nachweis der Manipultionen am EA189 hatte 2015 den Stein ins Rollen gebracht und den Dieselskandal ausgelöst. Hammer ist jetzt, dass eine Konzern-Tochter breits fünf Jahre zuvor manipulierte. Die nun vom Rückruf bedrohten AUDI-Modelle können mit Hilfe der sogenannten Akkustik-Funktion erkennen, ob das Auto auf dem Prüfstand läuft oder auf der Straße.

Europaweit sollen 120.000 Fahrzeuge betroffen sein. Derzeit ist noch nicht unklar, ob nur die 2,7 Liter-Maschine betroffen ist, oder auch die größere mit 3 Litern Hubraum.

Mit der Abschaltung der Manipulationssoftware ist es nun aber nicht getan: Den AUDI-Ingenieuren muss gelingen, dass die Autos wirklich weniger als 250 Miligramm NOx pro Kilometer ausstoßen. Das wird teure Entwicklungsarbeit, die man man sich in der Vergangenheit sparen wollte. Gelingt das nicht, wird man klagenden Kunden den Neupreis erstatten müssen.

Die Kooperationsanwälte der IG Dieselskandal stehen Besitzern betroffener AUDI gern als Ansprechpartner für eine kostenlose Erstberatung zur Verfügung. Schon jetzt ist klar, dass AUDI viele der nun anstehenden Schadensersatzsansprüche als verjährt ansehen wird. Allerdings: Die ins Feld geführte zehnjährige Verjährungsfrist gilt natürlich nicht für Gebrauchtwagenkäufer. Wer also 2015 einen gebrauchten AUDI gekauft hat´, für den verjährt der Schadensersatzanspruch erst 2025.
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Ein weiterer Aspekt, den es noch zu kären gilt ist, ob auch VW in der entsprechenden Motorisierung zurückgerufen werden. Dazu zitieren wir den Bayrischen Rundfunk: “Nach Ansicht des Kraftfahrt-Bundesamtes ist die Akustikfunktion nicht nur in den Euro 4-Diesel-Modellen A4 und A6, sondern auch im A8, im Q7 und im VW-Touareg sowie dem VW-Phaeton verbaut worden.” Ob Porsche-Cayenne mit 3-Liter-Maschinen betroffen sind wird wohl auch geprüft.

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