VW Tiguan geht im Abgasskandal zurück – OLG Naumburg 7 U 24/19

/ 21.10.2019 / / 255

Das nächste Oberlandesgericht hat sich im VW-Abgasskandal klar auf der Seite der geschädigten Käufer positioniert. Das OLG Naumburg hat nun entschieden, dass VW einem Kunden Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung leisten muss (Az.: 7 U 24/19).

Hilfe im Abgasskandal

Jetzt Kontakt zur IG Dieselskandal aufnehmen

Die IG Dieselskandal recherchiert im Abgasskandal und trägt die Erfahrungen von über 2000 Mitgliedern zusammen.

info@ig-dieselskandal.de
0800 000 1961

Nachdem die Landgerichte im Abgasskandal ganz überwiegend zu Gunsten der geschädigten Verbraucher entscheiden, wird auch die Liste der Oberlandesgerichte, die VW zum Schadensersatz verurteilen, immer länger. So haben beispielweise die Oberlandesgerichte Köln, Karlsruhe, Koblenz, Hamm, Oldenburg, Stuttgart oder Berlin bereits entschieden, dass sich VW durch die Abgasmanipulationen schadensersatzpflichtig gemacht hat. Folge ist in der Regel die Rückabwicklung des Kaufvertrags. „Die Liste wird immer länger. Nun hat auch das OLG Naumburg VW zum Schadensersatz verurteilt. Das zeigt, dass die Chancen, Schadensersatzansprüche gegen VW durchzusetzen, immer besser werden, sagt Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung.

Vor dem OLG Naumburg ging es um die Klage eines Verbrauchers, der 2014 einen VW Tiguan gebraucht gekauft hatte. Nachdem bekannt wurde, dass auch in diesem Fahrzeug der Motor EA 189 mit den manipulierten Abgaswerten verbaut wurde, machte der Käufer Schadensersatzansprüche geltend.

Nachdem die Klage in erster Instanz noch gescheitert war, entschied das OLG Naumburg, dass VW sich schadensersatzpflichtig gemacht habe. Denn VW habe die Fahrzeuge mit den manipulierten Abgaswerten in den Verkehr gebracht und die Käufer dadurch geschädigt.

Ob VW für die gefahrenen Kilometer eine Nutzungsentschädigung anrechnen darf, wurde nicht bekannt. Die Revision zum Bundesgerichtshof wurde zugelassen. Bisher entscheiden die Gerichte bei der Frage der Nutzungsentschädigung unterschiedlich. Möglicherweise wird dieser Punkt vom BGH höchstrichterlich entschieden.

Auch ohne eine Entscheidung durch den BGH wird immer deutlicher, dass VW bei Schadensersatzklagen im Abgasskandal mehr und mehr auf verlorenem Posten steht. „Von dieser Entwicklung können durch die Abgasmanipulationen geschädigte Käufer immer noch profitieren und Schadensersatzansprüche geltend machen. Das ist in der Regel noch bis zum 31. Dezember 2019 möglich. Danach droht die Verjährung der Ansprüche“, so Rechtsanwalt Dr. Hartung, Kooperationspartner der IG Dieselskandal.

Alternative Text
Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher keine
Kategorien: Abgasskandal Schlagwörter: /
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Sabine Andersen: Gut zu wissen, dass jede Überstunde entlohnt werden muss. In meinem Vertrag...
  • Toni: Gut, dass Sie erwähnen, dass die Schimmelgefahr bei zu wenig Luft gegeben ist. Ich finde...
  • Burkhard Salzmann: Hallo Bernd, die Richtigstellung wird sicher auch noch an andere Audi-Besitzer...
  • Bernd: Das Schreiben von Audi hinsichtlich fehlerhafter Güteerkennung beim AdBlue haben auch...
  • J.A.: Mir hat man vor Tagen telefonisch im Kundenservice dasselbe erzählt. Dann auch eine von...

Schnellkontakt