Software-Update ohne Genehmigung

/ 01.03.2019 / / 614

Bei vielen Audi- Und Volkswagen-Modellen, die bei der Abgasreinigung auf den so genannten SCR-Katalysator setzen, kommt es aktuell vermehrt zu Software-Updates, die ohne ausdrückliche Genehmigung der betroffenen Diesel-Besitzer vorgenommen werden. Es geht dabei insbesondere um das Update 23Z7 für den VW-Bulli T6 und die unterschiedlichen Updates, die es seit Herbst 2018 für AUDI-V6-Motoren im Rahmen von Feldmaßnahmen gibt. Auch Mercedes nimmt “Software-Updates” als Qualitätsmaßnahmen vor. Allerdings drohen bei den Daimler-Modellen in der Schadstoffklasse 5 derzeit keine Zwangsrückrufe, sodass die Updates vor einem anderen Hintergrund zu bewerten sind.

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Wenn ein Update vom Kraftfahrtbundesamt frei gegeben wurde, geht es in aller Regel als sogenannte Feldmaßnahme an die Werkstätten, die dann im Rahmen von Inspektionsterminen oder sondstigen Service-Maßnahmen angehalten sind, das Update aufzuspielen.

Strittig ist, ob die Werkstatt die Updates ohne Genehmigung der Halter aufspielen kann. Die IG Dieselskandal geht davon aus, dass dies nicht ohne genehmigung möglich sein sollte, denn das Update hat enormen Einfluss auf das Motormanagement und das Emissionsverhaöten der betroffenen Autos. Zumindest wäre es ein erheblicher Vertrauensbruch, Software-Updates ohne Genehmigung durchzuführen.

Zudem ist es noch nicht zwingend vorgeschrieben und es stellt sich die Frage, warum Kunden die Genehmigung zu einem Software-Update geben sollten, das mit einiger Sicherheit zu verändertem Verbrauchsverhalten und sinkender Lebensdauer von Bauteilen führt.

Die Kooperationsanwälte der IG Dieselskandal empfehlen, sich bei Werkstattaufenthalten konkret bescheinigen zu lassen, dass keine Updates der Motorsteuerung vorgenommen werden, die zu einem veränderten Emissionsverhalten führen könnten. Erst wenn aus einer Feldmaßnahme ein Zwangsrückruf durch das Kraftfahrtbundesamt wird, gibt es einen gewissen Zwang, das Update in einem angemessenen Zeitraum vornehmen zu lassen. Ohne Genehmigung sollte so ein Softwareupdate aber auch dann nicht vorgenommen werden dürfen.

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