Schmerzensgeld im Skandal um fehlerhafte Hüftprothesen

/ 19.10.2018 / / 185

Hüftprothesen sollen das Leben wieder leichter machen. Bei fehlerhaften Hüftprothesen ist leider oft das Gegenteil der Fall. Das Landgericht Freiburg hat zwei Klägern, denen fehlerhafte Hüftprothesen eingesetzt worden waren, mit Urteilen vom 15. Oktober 2018 Schmerzensgeld in Höhe von jeweils 25.000 Euro zugesprochen (Az.: 1 O 240/10 und 1 O 26/17).

RA Lambrecht

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Rechtsanwalt Lambrecht ist Herausgeber des Portals www.falschbehandelt.de und als Leiter der Berliner Kanzlei Lambrecht Rechtsanwälte fokussiert auf das Medizinrecht, positioniert auf der Seite der Opfer von Ärztefehlern und fehlerhaften Produkten.

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Vor dem Landgericht Freiburg sind noch fast 100 vergleichbare Verfahren anhängig. „Die aktuellen Urteile dürften den Klägern und auch anderen betroffenen Patienten Mut machen, dass sie ihre Rechte durchsetzen können“, sagt Rechtsanwalt Andreas Lambrecht aus Berlin.

Der Skandal um schadhafte Hüftprothesen begann schon vor einigen Jahren. Patienten wurde ein neuartiger Prothesentyp eingesetzt, der im Vergleich zu anderen Modellen einige Besonderheiten aufwies. Dabei waren Hüftkopf und Hüftpfanne aus Metall gefertigt und wiesen einen besonders großen Durchmesser aus. Außerdem wurde der Hüftkopf nicht direkt, sondern über einen Adapter mit dem im Oberschenkelknochen befestigten Prothesenschaft verbunden.

Die beiden Kläger litten nachdem diese Hüftprothesen eingesetzt worden waren unter Schmerzen. Knochenauflösungen traten am Oberschenkelknochen auf und im Bereich des Prothesenschafts zeigte sich ein schwärzlicher Metallabrieb. Im umliegenden Gewebe traten Spuren von Chrom, Kobalt und Titan auf. Schließlich wurden die Prothesen bei den beiden Klägern wieder entfernt.

Nach umfangreicher Beweisaufnahme und Gutachten dreier Sachverständiger hat das LG Freiburg nun festgestellt, dass die Schmerzen der Kläger und die Notwendigkeit des Prothesenwechsels auf einen Konstruktionsfehler der damals neuartigen Hüftprothese zurückzuführen sind. Das Risikopotenzial dieser Prothese, die nicht mehr hergestellt wird, hätten die Hersteller zum damaligen Zeitpunkt bereits erkennen können. Daher hätten weitere Tests durchgeführt werden müssen, bevor diese Prothesen mit Patienten in Berührung gebracht wurden. Die Muttergesellschaft aus der Schweiz und die deutsche Tochtergesellschaft, die diese Prothese vertrieben hat, müssten für diesen Fehler einstehen, so das LG Freiburg und sprach den Klägern Schmerzensgeld zu. Gegen die Urteile kann noch Berufung eingelegt werden.

„Die Urteile zeigen, dass sich die Ausdauer der Kläger gelohnt hat, die Hersteller der fehlerhaften Prothesen in die Verantwortung zu nehmen“, so Rechtsanwalt Lambrecht.

Mehr Informationen: www.rechtinberlin.de

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