Cum ex – Was ist das?

/ 18.10.2018 / / 342

Cum Ex oder Cum/Ex ist ein finanziell sehr lukratives Spiel mit der Zeit, das nicht auf zufällige Entwicklungen setzt, sondern fest kalkulierbare Gewinne aus Käufen und Verkäufen kalkuliert, die rund um relevante Stichtage stattfinden. Berater und Verkäufer fordern Aktienkäufer direkt zur Umgehung von Kapitalertragssteuer auf.

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Wenn ein Aktienverkäufer kurz vor einem solchen Stichtag noch nicht Eigentümer einer Aktie, ist und diese erst kurz nach dem Dividendenstichtag ausgeliefert wird, kann dadurch unter Umständen ein enormer Gewinn innerhalb kürzester Zeit entstehen, z.B. durch variable Regeln zur Besteuerung dieser Gewinne. In aller Regel finden Verkäufe kurz vor dem Dividendenstuchtag statt, Käufe direkt nach solchen Dividensdestichtagen. Dividendenstichtage sind je nach nationaler Landesgesetzgebung feststehende Termine, zu denen die Besteuerung von Aktiengewinnen stattfinden. Dadurch, dass ein Aktienbesitzer nur kurz nach und nur kurz vor einem solchen Stichtag Eigentümer einer Aktie ist, entfällt die Besteuerung.

Faktisch und aus aktienrechtlicher Sicht wird durch geschicktes Timing aus einem Dividendenertrag ein Kursgewinn mit der Folge, dass keine Kapitalertragssteuerer fällig wird. Grundsätzlich geht es bei Cum/Ex-Geschäften also um die Umgehung der in den jeweiligen Ländern geltenden Regelungen zur Kapitalertragssteuer für ausländische Kapitalanlager. Entfällt diese, dann entgeht dem Fiskus eine absolut nicht unerhebliche Einnahmequelle.

Bis zur Einführung der so genannten Abgeltungssteuer war ein solches Dividendenstripping auch für Anleger für inländische Transaktionen steuerlich interessant, da Kursgewinne außerhalb der Spekulationsfrist nicht der Einkommensteuer unterlagen.

Den steuererhebenden Staaten entstehen durch Cum/Ex-Geschäfte oder Com/Ex-Trade enorme Steuermindereinnahmen. Aktuell berichtet ein internationales Journalistennetzwerk über einen Schaden von 55 Milliarden Euro, der durch Cum/Ex-geschäfte seit 2002 in Teilen Europas angerichtet worden sein sollen. Im Centrum dieser Geschäfte: Deutsche Banken.

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