Dieselskandal: Opel legt nach – nun auch Schadstoffklasse 5 betroffen

/ 15.10.2018 / / 1.219

Mit 95.000 betroffenen Fahrzeugen weitet sich der Opel-Dieselskandal aus: Nach den Rückrufaktionen für Zafira, Cascada und Insignia, die bereits vor Monaten vom Kraftfahrtbundesamt verkündet wurden, gibt nun eine große Razzia weiteren Anlass zu Spekulationen über eine massive Ausweitung des Skandals im Hause Opel. Erstmals ist bei Opel auch die Schadstoffklasse 5 offiziell in der Diskussion. Betroffen sind Fahrzeuge ab Baujahr 2012.

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Ermittler des LKA Hessen und der Staatsanwaltschaft Frankfurt haben am 15. Oktober 2018 an den Opel-Standorten in Rüsselsheim und Kaiserslautern im Verlauf einer Razzia Unterlagen beschlagnahmt. Wieder geht es um Autos der Schadstoffklasse 6, also PKW, die mit hochmoderneren und angeblich alternativlosen SRC-Technologie zur Abgasreinigung mit Harnstoff ausgerüstet sind. Erstmals geht es aber auch um Zafira, Cascada und Insignia aus den Jahren 2012, in denen die Technik noch nicht verwendet wurde. Auch der Astra wird mittlerweile in den Dieselskandal hineingezogen.

Auslöser der aktuellen Razzia sind Ermittlungen des Kraftfahrtbundesamtes, die wohl für einen Anfangsverdachts des Betruges wegen Inverkehrbringens von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Abgas-Software ausreichen. Besonders bös‘ für Opel ist, dass die Ermittlungen weit zurückreichen und auch die Schadstoffklasse 5 erreichen, hier auch den Astra. Da geht es auch um Massemodelle wie den Opel Zafira Tourer. Hier wirft man Opel nicht die Verwendung eines nicht funktionierenden SCR-Systems vor, sondern konkret Manipulationen, um geforderte Grenzwerte erreichen zu können.

Direkt nach Bekanntwerden des VW-Skandals waren auch alle anderen bedeutenden Motoren-Hersteller überprüft worden. Opel hate dabei stets bestritten, Software manipuliert zu haben. Unter Umständen eintretende Abschaltungen der Abgasreinigung im Rahmen eines „thermischen Fensters“ seien nur dem Bauteileschutz zu verantworten: Das sei technisch notwendig und legal – ähnlich verteidigt sich auch die Daimler AG im Dieselskandal.

Die Ermittlungen könnten für Opel auch in Amerika hohe Wellen schlagen, denn die Dieselmotoren kamen auch in den USA bei zahlreichen Chevrolet-Modellen zum Einsatz. Das Kraftfahrbundesamt hat dazu den Chevrolet Cruz im Visier. Das Schwestermodell des Opel Astra erfüllt die Abgasnorm Euro 5 und lag bei Untersuchungen gut ein Zehnfaches über den erlaubten Grenzwerten.

Die Wiederaufnahme der Untersuchungen dürfte nun auch viele andere Hersteller treffen vom japanischen Nissan bis zum französischen Renault oder zum italienischen Fiat. Fast allen großen Produzenten wird die Verwendung von „Thermischen Fenstern“ zum Bauteileschutz als Manipulationsstrategie vorgeworfen.

Alternative Text
Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher keine
Kategorien: Abgasskandal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Udo Schmallenberg: Liebe Leute, ihr könnt euch das Spammen hier echt sparen – eure...
  • Udo Schmallenberg: Hallo, das kann ich hier leider nicht beantworten. Das kann eigentlich nur ein...
  • Wolfgang Rutschow: Wenn in der obersten Geschoßdecke eines Bürohauses eine Aussparung von 4 x 4 m...
  • Peter Buschman: Meine Frau ist seit einiger Zeit oft nicht zu Hause und die Erklärungen scheinen...
  • Udo Schmallenberg: Hallo, das hat auch nichts mit Adblue zu tun – es geht um die Vorstufe,...

Newsletter

Tragen Sie sich jetzt in unseren Newsletter ein und bleiben somit immer auf dem Laufendem

Kategorien

Für Anwälte

Interessierte Kooperationsanwälte senden ein Mail an info@verbraucherschutz.tv

Tel.: 0800 000 1961