Diesel-Auto jetzt verkaufen oder noch behalten?

/ 22.06.2018 / / 55

Am 31. Mai ist in Hamburg bereits das erste Dieselfahrverbot aufgrund eines Beschlusses des Bundesverwaltungsgerichts in Kraft getreten. Wann die anderen Städte nachziehen, bleibt offen. Deutschlandweit sind in 70 Großstädten die Stickoxid-Grenzwerte überschritten. Sollten Autofahrer ihren Diesel jetzt verkaufen?

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Jeder dritte Dieselfahrer möchte sein Auto verkaufen

Wer sofort seinen Diesel verkaufen will, sollte sich noch etwas in Geduld üben. Denn im Visier sind zunächst einmal nur alte Dieselfahrzeuge. Deren Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind ohnehin schon rapide eingebrochen und weiter im Absacken begriffen. Viele Händler nehmen keine Diesel mehr an. Statistisch gesehen steht so ein Fahrzeug rund 103 Tage im Autohaus. Laut einer Forsa-Umfrage denkt trotzdem jeder dritte Dieselfahrer darüber nach, sein Auto gegen einen Benziner einzutauschen. Ein Diesel verbraucht rund 15 bis 20 Prozent weniger Kraftstoff als ein Benziner in derselben Fahrzeugkategorie. Das ist für Viel- und Langstreckenfahrer ein unschlagbares Argument. Moderne Benziner haben allerdings nachgeholt und sind dank Vollhybrid-Technik deutlich effizienter. Trotzdem rentiert sich der Diesel nach wie vor bei großen Fahrzeugen sowie bei Vielfahrern, die mehr als 20.000 km pro Jahr unterwegs sind. Wer jedoch Langstrecken fährt und nicht in die Innenstädte hinein, muss sich zunächst erst einmal keine Gedanken machen. Hat der Diesel den neuen Abgasstandard Euro Gd TEMP oder Euro Gd, besteht ein sehr geringes Risiko, dass es in den nächsten Jahren zu einem Fahrverbot in den Städten kommt. Denn in dieser Kategorie wird erstmalig der Realausstoß an Stickoxid auf der Straße gemessen, sodass die Fahrzeuge als sauber gelten.

Euro-5-Diesel können umrüsten

Uralte Diesel sind in den nächsten Monaten trotzdem noch auf der sicheren Seite. Ab Herbst 2018 könnten in Stuttgart erstmals Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 1 bis betroffen sein. Das bedeutet: Alle Diesel, die bis Ende des Jahres 2010 zugelassen wurden. Weitaus mehr Diesel sind jedoch unter der Kennzeichnung Euro-5 unterwegs. Hier ist das Verkehrsverbot frühestens ab dem 1. September 2019 zulässig. Unter Umständen darf Euro-5 trotzdem noch weiter auf die Straße. Aktuell wird an Umrüstungen überlegt. Laut den Herstellern sollen bis Ende 2018 5,3 Millionen Diesel ein Update der Software erhalten. So kann direkt in die Motorsteuerung sowie in die Abgasreinigung eingegriffen werden. Ziel: Der Ausstoß von Stickoxiden soll so um 25 bis 30 Prozent gesenkt werden. Unter Umständen müssen dann höhere Spritkosten einkalkuliert werden. Eine Alternative stellt eine Nachbesserung im Motorraum dar. Umgerüstet werden könnte auf eine SCR-Anlage, die eine Harnstofflösung enthält. Deren Einbau würde zwischen 1500 und 2500 Euro kosten. Vermehrt werden Forderungen laut, der Staat solle helfen, diese Umrüstungen zu finanzieren. Das würde jedoch auch Bürger treffen, die mit einem Dieselfahrzeug überhaupt nichts zu tun haben. Ein Vorschlag, der aktuell diskutiert wird, ist eine Erhöhung der Energiesteuer für den Dieselkraftstoff. Das bedeutet, die Fahrzeughalter würden ihre Umrüstung selbst finanzieren.

Lohnt es sich, jetzt einen Diesel zu kaufen?

Stichproben bei Händlern haben ergeben, dass ein gebrauchter Diesel heute je nach Modell zwischen 15 und 20 Prozent günstiger ist als noch vor einem Jahr. Um ganz sicher zu gehen, sollte es ein Gebrauchter nicht unter der Schadstoffeinstufung Euro 6 sein. Etwa 8500 Euro sind für gebrauchte VW Polo oder Opel Astra in dieser Klasse einzukalkulieren. Doch auch mit älteren Modellen ist eine Fahrt in die Innenstädte noch problemlos möglich. Wichtig ist nur, dass eine grüne Umweltplakette am Fahrzeug vorhanden ist. Diese Diesel sind für 3000 Euro und weniger zu haben. Manche Autofahrer riskieren den Kauf und fahren gute Fahrzeuge zum günstigen Preis. Wenn die Mittel zur Finanzierung des Dieselschnäppchens fehlen, stehen mittlerweile verschiedene, attraktive Kreditmodelle zur Verfügung. Wie beim Neuwagen auch, lassen sich Gebrauchtwagen über den klassischen Ratenkredit, Leasing, Drei-Wege-Finanzierung sowie Ballonkredit mit niedrigen Monatsraten und einer größeren Schlussrate finanzieren. Spezielle Gebrauchtwagenkredite verlangen noch nicht einmal eine Anzahlung.

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  • wendler: das wird wohl nicht die einzige UDI-Biogasanlage bleiben die insolvent wird – mE...
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