Dieselskandal – Die Autohersteller profitieren und die Verbraucher bleiben auf der Strecke

/ 23.05.2018 / / 146

Die Profiteure im Dieselskandal sind die Autohersteller. Während die Verbraucher auf der Strecke bleiben, bringen die Autobauer ihre neuen Diesel-Modelle dank der Umweltprämie an den Mann. Die sind mit moderner AdBlue-technologie und SCR-Katalysatoren ausgerüstet und angeblich „sauber“. Was von solchen Versprechungen zu halten ist, zeigen die aktuellen Abgasmanipulationen beim Audi A6. Hier wird die AdBlue-Zufuhr erheblich gedrosselt, bevor der Tank zur Neige geht. Die gesundheitsschädlichen Stickoxide werden mehr oder weniger ungefiltert in die Luft geblasen.

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„Audi zeigt den Verbrauchern und der Politik eine lange Nase. Statt wirklich saubere Fahrzeuge anzubieten, wird munter weiter manipuliert“, sagt Rechtsanwalt Helmut Göbel, KQP Rechtsanwälte / Hamm. Von der viel versprochenen Transparenz und Aufklärung ist nichts zu sehen. Audi hatte es so dargestellt, dass es die wahrscheinlich illegale Abschalteinrichtung beim aktuellen Audi A6 selbst dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeldet habe. Ein Bericht von „Spiegel Online“ vom 11. Mai 2018 lässt erhebliche Zweifel an dieser Version aufkommen. Demnach drohte der Betrug schon aufzufliegen, bevor Audi die Manipulationen dem KBA meldete. Schon am 24. April 2018 habe das KBA dem Bericht zu Folge eine Sonderprüfung beim Audi A6 angemeldet. Drei Tage später soll dann die Produktion des Modells gestoppt worden sein. Am 4. Mai meldete Audi dann die „Auffälligkeiten“ beim A6, heißt es bei „Spiegel Online“. Audi sei auf Nachfrage aber bei seiner Version geblieben.

„Mit den erneuten Abgasmanipulationen beim A6 ramponiert Audi das Diesel-Image weiter. Neue Diesel-Fahrzeuge sollen dank moderner SCR-Katalysatoren sauberer sein, was aber wohl für den A 6 auch nicht zutrifft. Bei älteren Diesel-Modellen weigern sich die Autohersteller aber weiter hartnäckig, diese moderne Technologie einzubauen. Zu aufwendig und zu teuer, heißt es. Unterstützung findet die Auto-Lobby in weiten Teilen der Bundesregierung, u.a. spricht sich Bundesverkehrsminister Scheuer hartnäckig gegen die Hardware-Umrüstungen aus. Stattdessen verweist er lieber auf die Umweltprämie, die in erster Linie den Absatz neuer Fahrzeuge ankurbelt, während Fahrzeuge, die eigentlich noch gut in Schuss sind, verschrottet werden. Im Endeffekt werden die Verursacher des Dieselskandals so zu den Profiteuren. Nach dem neuen Audi-Skandal stellt sich die Frage, warum ältere Diesel überhaupt gegen neuere eingetauscht werden sollten, wenn diese weiterhin die giftigen Stockoxide auspusten? Immerhin hat auch die Bundesregierung erzürnt auf die erneuten Abgasmanipulationen reagiert. Mehr als eine Unmutsäußerung ist aus Berlin aber wohl nicht zu erwarten“, so Rechtsanwalt Göbel.

Geschädigte Autokäufer müssen selbst aktiv werden, um im Dieselskandalskandal zu ihrem Recht zu kommen. Sie können ihre Schadensersatzforderungen oder Ansprüche auf Rückabwicklung des Kaufvertrags einklagen. Zahlreiche Gerichte haben die Ansprüche der Verbraucher in hunderten Urteilen längst anerkannt. „Die Forderungen können auch dann noch geltend gemacht werden, wenn bereits ein Software-Update aufgespielt wurde“, erklärt Rechtsanwalt Göbel. Allerdings sollten die Verbraucher nicht mehr lange warten. Ende 2018 verjähren ihre Ansprüche gegen VW und deren Tochterfirmen (Porsche, Audi, Skoda, Seat).

Mehr Informationen: http://www.kqp.de/vw-skandal/autobesitzer/

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