Negativzinsen bei bestehenden Verträgen unzulässig

/ 12.12.2017 / / 16

Ist das Konto im Minus, verlangt die Bank Zinsen für die Überziehung. So weit, so gut. Doch was ist, wenn der Bankkunde Negativzinsen für ein Guthaben auf dem Konto zahlen soll? „Zumindest bei Altverträgen wäre dies problematisch, lässt das Landgericht Tübingen durchblicken“, sagt Rechtsanwalt Christof Bernhardt von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden.

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Vor dem Landgericht Tübingen wird über die Zulässigkeit solcher Negativzinsen verhandelt. Auslöser ist eine Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegen die Volksbank Reutlingen. Diese wollte Strafzinsen für Privatkunden für die Zukunft nicht ausschließen. Nachdem dies zu Protesten und einer Abmahnung durch die Verbrauschützer führte, strich die Volksbank die entsprechende Klausel zu den Negativzinsen wieder aus ihrem Preisverzeichnis. Eine Unterlassungsklage gab sie allerdings nicht ab. Das ging der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nicht weit genug. Nur mit einer Unterlassungserklärung könne verhindert werden, dass derartige Strafzinsen für normale Kleinsparer nicht auch zukünftig eingeführt werden konnten.

Hintergrund für die Negativzinsen ist die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Darunter leiden die Kreditinstitute, einige möchten diese Kosten auch an die Kunden weiterreichen. Bislang waren aber nur Geschäftskunden oder Kunden mit einem hohen Guthaben betroffen. Im Falle der Volksbank Reutlingen wären aber auch „normale Sparer“ von den Strafzinsen betroffen gewesen.

Mit einem Urteil des Landgerichts Tübingen wird erst im kommenden Januar gerechnet. „Eine erfreuliche Tendenz zeichnete sich aber am ersten Verhandlungstag bereits ab. Bei bestehenden Verträgen wären Strafzinsen problematisch, da diese ohne Einverständnis des Kunden erhoben würden“, so Rechtsanwalt Bernhardt. Bei Neuverträgen könne dies allerdings anders aussehen. Denn dann würden sich die Kunden bewusst auf diese Vertragskonditionen einlassen.

„Verbraucher sollten aufpassen, dass ihnen keine Strafzinsen untergejubelt werden, die dann einen anderen Namen tragen, damit es nicht gleich auffällt, dass sie für die Verwahrung ihres Guthabens mit Negativzinsen zur Kasse gebeten werden“, sagt Rechtsanwalt Bernhardt.

Rechtsanwalt Christof Bernhardt
Kanzlei Cäsar-Preller

Share on FacebookShare on Google+
Alternative Text
Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher keine
Kategorien: Finanzen Schlagwörter:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Redaktion: Das kann Ihnen alles nur VW beantworten, sicher ist nur, dass die Schaltgetriebe gar...
  • Horscht B.: Hallo, ich habe meinen Multivan T6 150PS Schaltgetriebe mit Frontantrieb am 2.10.17...
  • Redaktion: Also ich bin kein Anwalt, aber mein gesunder Menschenverstand (!) sagt mir, dass du...
  • Claudia M.: Bei uns sieht es so aus: Wir haben den Wagen im Oktober bestellt, Auslieferung war...
  • O.N.: ich habe hier mal eine Frage in der Hoffnung das ich eine verwertbare Antwort bekomme. Wann...