Gerlachreport & Co. – So geht Geld verdienen am Grauen Kapitalmarkt

/ 02.12.2017 / / 24

Der Graue Kapitalmarkt öffnet sich immer mehr der klassischen Vermittlerszene, also den Leuten, die mit der Vermittlung von Finanzmarktprodukten ihr Geld verdienen. Der Markt muss kreativ agieren, denn immer mehr Vermittler wollen immer mehr Geld verdienen – und der Gerlachreport hilft dabei – wie viele andere Vermittlernetzwerke auch.

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In letzter Zeit haben vor allen Versicherungsmakler ihr Vermittlergeschick erkannt, spätestens, seitdem eine abgeschlossene Lebensversicherung wieder zum „Produkt“ wurde. Firmen wie die insolvente TREUK AG hatten mit Hilfe eines umfangreichen Vermittler-Netzwerkes in Massen Lebensversicherungen von Kunden aufgekauft, diese bei den Versicherungen versilbert und den ehemals gut Versicherten dafür eine spätere Auszahlung mit hoher Rendite versprochen. Die derart – schlecht – Beratenen warten noch immer – wahrscheinlich vergeblich, denn aus der Insolvenzmasse heraus haben sie nichts zu erwarten. Gläubiger, die der TREUK AG ein Nachrangdarlehen gewährt haben, können nicht mit Geld vom Insolvenzverwalter rechnen.

Vermittler lassen sich gern organisieren

Hinter der TREUK AG steht ein ausgeklügeltes Netzwerk, in dem sich Rechtsanwälte, Versicherungsmakler und Kommunikationsexperten zusammengeschlossen haben, im Interesse, gemeinsam einen Schatz zu heben: Die guten Kontakte der Vermittler zu den Opfern. Die Vermittler selbst lassen sich gern von den Königen dieser Netzwerke organisieren, denn wenn von denen aufgestellte Produkte hohe Renditen versprechen, dann hat man auch am Telefon oder an der Haustür der Opfer leichtes Spiel.

Informationsquellen für Vermittler

Vermittler lesen gern oder lassen sich gern informieren, zB. vom Axel Junker (derinvestmentcoach.com), von Marcus Miller (blog.geopolitical.biz) oder beziehen ihre Informationen aus unzählichen kleineren Blogs wie zB. diebewertung.de. Auch GOMOPA, finanzwelt.de und dasinvestment.com sind grundsätzlich Magazine, die für Vermittler interessant sind und sich eher weniger direkt an Anleger richten. Man will diesen Informationsquellen hier nicht grundsätzlich schlechten Willen oder Boshaftigkeit unterstellen. Es soll an dieser Stelle nur gesagt werden, dass es eine schier unglaubliche Fülle an Informationsquellen für Vermittler gibt und Möglichkeiten, diese Vermittler zu erreichen, zu lenken und für geeignete Provisionsmodelle einzunehmen.

Die TREUK AG ist nur ein Bespiel, die alle eins gemein haben: Größere Vermittlergruppen tun sich zusammmen oder werden von Netzwerk-Administratoren zusammengeführt, weil’s in der Gruppe doch deutlich einfacher ist, Geld zu verdienen und vertrauensselige Anleger zur Kasse zu bitten. Mittendrin blühen die für Vertriebssysteme am Grauen Kapitalmarkt üblichen Informtionskanäle auf: meist internetbasierte Newsletter mit großem Verteiler, mit denen Vermittler über neueste Graumarktprojekt informiert und organisiert werden.

Eine ganz große Nummer dabei: Der Gerlachreport, dessen „Macher“ Rainer von Holst sich in den USA aktuell ohne ladungsfähige Adresse dem Zugriff der deutschen Behörden entziehen kann. Sein umfangreiches Firmengeflecht und sonstige Initiativen sorgen aber wohl immer noch dafür, dass zigtausenden von Finanzvermittlern Produkte empfohlen werden. Die Familie von Holst (Bielefeld) hat auch eigene Produkte auf den Markt gebracht. Auf die vielfach versprochenen Zinsen warten z.B. die Investoren der insolventen Firmenwelten GmbH oder der Wurstwelten GmbH vergeblich.

Wie die Heuschrecken

Das Führen erfolgreiches Unternehmen ist auch nicht Sinn von Vermittler-Organisationen. Es geht darum, unter dem Dach einer haftungsbeschränkten Organisation die Heuschreckenschwärme ausschwärmen zu lassen, den Opfern den letzten Cent abzupressen, um die „gefräßigen Tierchen“ dann im Stall einer neuen GmbH auf neue Ziele vorzubereiten. Hinterlassen wird verbrannte Erde mit zerstörten Existenzen und Altersvorsorgen, die sich in Luft aufgelöst haben.

Gewissheit gab es, als die Bafin der Holst-GmbH Wurstwelten das verbotene Einlagengeschäft untersagte und es nicht möglich war, den Anlegern die Darlehen zurückzuzahlen. Das Insolvenzverfahren über die Wurstwelten GmbH wurde mangels Massen nicht mal eröffnet. Von den Anlegergeldern keine Spur.

von Holst gilt als Verantwortlicher für das einflussreiche Branchenmagazin Gerlachreport, das sich aktuell z.B. eine recht heftige Auseinandersetzung mit den Verantwortlichen der insolventen AUTARK Gruppe leistet. Sicher: Mit Kühn und von Holst gibt es nicht unbedingt ein Schwertgerkreuzen unter Sympathieträgern, aber die Auseinandersetzung bringt wichtige Details über die Arbeitsweise des Gerlachreports zutage.

Das Geschäftsmodell könnte so aussehen: Der Gerlachreport berichtet über den schlechten Ruf eines Unternehmens und die bislang als Herausgeberin getarnte US-Firma Newsroom LLC versprich gegen Entgelt gute Pressearbeit. Brancheninsider wissen aber, dass gegen solche Zahlungen ledigich die schlechte Pubicity im Gerlachreport endete. Fließt das Geld, dann empfiehlt der Gerlachreport ein Produkt wieder. Ein solches Szenario schildert z,B. test.de – Das Online-Magazin der Verbraucherzentralen berichtet über eine „Schlammschlacht“.

Newsroom LLC hat übrigens einen neuen Besitzer: Mit Wirkung zum 22. November 2017 hat das Firmen-Konglomerat Anzago sämtliche Firmenanteile des Verlages übernommen – laut Info auf der Homepage. Wer das ist? Keine Ahnung – wie erwartet lässt sich das so schnell nicht googlen.

Verbraucherschutz kann zur Thematik Grauer Kapitalmarkt folgende Anwalt-Empfehlungen geben, die insbesondere für Anleihegläubiger und Opfer von Nachrangdarlehen kompetente und engagierte Ansprechpartner sind und bereits Erfahrungen mit Verfahren rund um Vermittlerhaftung haben und absolut unabhängig von jeglichen Vermittlernetzwerken sind.

www.ajt-partner.de (Herr Jansen, Neuss)
anwalt4you.net (Herr Buerger, Hagen)

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