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Lebensversicherung heute: Besteuerung, Perspektiven, Stichtage

Lebensversicherung

©istock.com/psphotograph

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wer einen Steuerberater beschäftigt, für den rückt damit auch der Stichtag der jährlichen Steuererklärung näher. Neben den üblichen Posten müssen viele Steuerzahler außerdem auf spezielle Zusatzeinkünfte, wie etwa die Lebensversicherung, achten.

Lebensversicherung wird ausgezahlt? Besteuerung ist zu beachten

Lebensversicherungen sind in den letzten Jahren ohnehin zu einem heiklen Thema geworden. Sie gelten kaum noch als lukrativ und Versicherer haben größte Probleme damit, den Garantiezins aufrecht zu erhalten. Bestehende Altverträge werden teilweise sogar aufgekauft, um die Zinslast abzuwenden. Aus Sicht des Versicherungsnehmers kommt noch die Besteuerung dazu, und zwar genau dann, wenn eine Auszahlung aus der Lebensversicherung erfolgt. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Datum des Vertrags:

Doch auch für diese Steuerermäßigung um 50 Prozent müssen einige Punkte erfüllt werden. An dieser Stelle kommen auch das Alter des Versicherungsnehmers zum Zeitpunkt der Auszahlung sowie ein eventueller Todesfallschutz ins Spiel. Klar ist deswegen: Sobald die Auszahlung erfolgt, ist es zwingend notwendig, sich im Detail mit allen Modalitäten auseinanderzusetzen. Im Zweifelsfall ist die Beratung durch einen Steuerberater unbedingt empfehlenswert, da Lebensversicherungen in der Regel größere Summen abdecken, wodurch unnötige Verluste genau wie Fehler bei der Besteuerung zu einem sehr teuren Ärgernis werden. Denn Unwissen schützt in Steuerfragen bekanntlich nicht vor Strafe, selbst dann, wenn keine bewusste Steuerhinterziehung im großen Stil geplant war.

Traurige Gewissheit: Die Lebensversicherung als Auslaufprodukt

Abgesehen von den vielen Fragen zur Besteuerung machen die oben genannten Punkte deutlich, warum sich immer mehr Menschen von der Lebensversicherung abwenden. Niedrige Garantiezinsen, die als Folge der EZB-Niedrigzinspolitik alternativlos waren, haben den Wert vieler Anlageformen extrem geschwächt und das spiegelt sich auch am Markt wider. Und das verändert auch die Mentalität der Endverbraucher: Aus der Not heraus sind Anleger gezwungen, entgegen ihres Risikoprofils zu handeln, da ansonsten kaum noch nennenswerte Renditen möglich sind.

Zum bevorzugten Investmentprodukt hat sich die Immobilie entwickelt, doch diese ist für kleine Sparer nicht realistisch. Als Konsequenz haben sogar Aktien als langfristige Anlage enormen Zulauf bekommen, gerne auch als Mittel zur Altersvorsorge, da die Finanzwelt kaum noch weitere echte Alternativen bietet. Besitzer einer alten Lebensversicherung vor dem Stichtag dürfen sich also noch zu den Glücklichen zählen; der Neuabschluss eines solchen Finanzprodukts ist derzeit allerdings nicht mehr möglich.

Bild: ©istock.com/psphotograph

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