Was bedeutet ICO Der Bitcoin ist ein gängiges Zahlungsmittel für den Einstieg in ICOs

Was bedeutet ICO ? – Initial Coin Offering

/ 13.11.2017 / / 39

Was bedeutet ICO ? Der Begriff Initial Coin Offering ist an den offiziellen und Vertrauen erweckenden Begriff des Initial Public Offering (IPO) angelehnt. Ein IPO bezeichnet einen offiziellen Börsengang, während ein ICO eher ein an Crowdfunding angelehntes Verfahren zur Geldbeschaffung für Bitcoin-orientierte Unternehmen ist. Die Einlage wird mit so genannten „Tokens“ bezahlt. Tokens sind die Münzen einer Kryptowährung wie Bitcoin. Tokens sind Berechnungen auf Basis einer Blockchain-Technologie, die z.B. den Wert eines Investments oder einer Währung stabil halten. Laut Bafin – Bundesamt für Finanzaufsicht – wird durch die begriffliche Nähe der beiden Finanzmarktprodukte der Eindruck erweckt, ICOs seien mit Aktien-Emissionen vergleichbar. Das trifft aber weder technisch noch rechtlich zu. Schneeballsysteme, Online-Trading, Bitcoinhandel, virtuelle Börsengänge: Der Kapitalanlagemarkt ist voll von vermeintlich lukrativen Angeboten, die leichtgläubigen Anlegern das Geld aus der Tasche ziehen und das Interesse an Kryptowährungen wecken sollen. Der Markt ist kaum zu kontrollieren, denn mit Firmensitzen im Ausland und schlecht nachvollziehbaren Transaktionswegen ist das Thema mit einer staatliche Aufsicht und konkreten Kontrollwerkzeugen nicht zu packen.

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Was ist ein digitaler Token?

Laut MAS ((Finanzaufsichtsbehörde Singapores) ist ein digitaler Token eine kryptographisch und digital in der Blockchain festgeleg Definition von Rechten, die in Anspruch genommen werden können, um eine Vermehrung eines Einsatzes zu erzielen. Ein digitaler Tokel kann eine eigene Währungseinheit darstellen oder Gewinne und Verluste in Form bestehender Kryprowährungen wie z.B. Bitcoin abrechenbar machen. Tokens werden an börseähnlichen Handelsplätzen für Kryptowährungen gehandelt.

Man muss der Bafin zugute halten, dass sie es wenigstens versucht: In einer aktuellen Warnmeldung zieht das Bundesamt mit Aufsichtskollegen weltweit gleich und warnt Anleger vor so genannten ICOs. Hinter der Abkürzung versteckt sich ein System, das in jüngster Zeit massiv für die Entwicklung von Kryptowährungen wie „Bitcoins“ verantwortlich ist. So war es z.B. an der Chinesischen Börse möglich, Aktien zum jeweiligen Bitcoinkurs zu verkaufen und zu verkaufen. Allerdings: Das ist lange Geschichte: In China und Singapore darf mit ICOs nicht mehr gehandelt werden. Allerdings: Die auf Kryptowährung beruhenden Systeme sind auch bislang immer ganz gut ohne die offiziellen Börsen klargekommen, zumal sich im ICO-freundlichen Japan gute Handelsplätze etablieren.

Wie funktioniert ein ICO?

Ein Unternehmen, das seine Geschäfte (auch) mit einer Kryptowährung abwickelt, kann Anleger über ein entsprechendes Token an der Firma oder an einem Projekt beteiligen. Ein Token ist ein Berechnunsvorgang, der in die Blockchain eingefügt ist. Mit dem Token wird berechnet, wann ein Shareholder Gewinn macht. Möglich wird dies dadurch, dass alle Beteiligten zusammen einen Markt ergeben und durch ihre Daten und ihr Verhalten – gesteuert von der Entwicklung des Projektes beeinflussen. Der Anleger lässt sich dadurch darauf ein, dass er über eine Kryptowährung Teilhaber (Shareholder) wird. Wöhrung muss nicht der Bitcoin sein – es kann auch eine völlig neue Kryptowährung sein, die aus diesem Anlass in die Blockchain eingebaut und so handelbar hemacht wird. Transaktionen werden über einen Bitcoin-Clienten abgewickelt, der u.a. das Vermögen des Betreibers verwaltet. Wer aus seinen Bitcoins Euro machen will, kann dies nur auf dazu befugten Tradingseiten machen und auch nur solange, wie ein Nachfragemarkt besteht. Andererseits kann mit Tokens, die für ein bestimmtes Projekt ausgegeben wurden, auch andere Dinge bezahlt werden. Im Einzelfall gibt es für jedes ICO eigene Regeln, die in jedem Fall schwer verständlich bleiben.

Was bedeutet ICO für den Anleger?

Rechtsanwalt Ralf Buerger, Fachanwalt für Bank und Kapitalmarktrecht aus Hagen: „Hinter virtuellen Börsengängen verstecken sich grundsätzlich Finanzierungsbedürfnisseder Anbieter, die meist für offizielle Börsengänge gar nicht die Liquidität und das Knowhow haben. Gegen solch eine Kapitalanage ist ein Nachrangdarlehen noch eine todsichere Sache!“

Dabei ist sich der Experte durchaus der Strahlkraft solcher Zukunftssysteme bewusst: „Das hört sich alles super und faszinierend an – aber wenn es floppt, dann war’s das!“ Eins der gößten Risiken für das Investment in virtuelle Märkte ist für Buerger die Instabiliät und Unkalkulierbarkeit des Bitcoin. Während echte Währungen zwar auch schnell im Wert sinken können, gibt es auf den klassischen Märkten doch gewisse Vorlaufzeiten und Ankündigungen. Der Bitcoin kann aufgrund seiner Abhängigkeit von der Blockchain-Technologie innerhalb von Sekunden nahezu 100 Prozent des aktuellen Wertes verlieren. Da zum Handel mit Initial Coin Offerings hohe Bitcoinwerte gehandelt werden, platzt eine Blase völlig ohne Vorankündigung. Dieses Damoklesschwert schwebt über der gesamten Finanzmarktnische – unabhängig von der eventuellen Qualität des jeweiligen Angebotes.

So sieht das auch die Bundesaufsicht für den Finanzmarkt. Die Bafin gab am 9. November eine eindringliche Verbraucherwarnung vor höchst spekultiven ICO-Invstments heraus. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass auch ein Totalverlust ihrer Investition möglich ist. Allerdings geht es nicht nur um das unalkulierbare Kursrisko. Wie bei den meisten aktuellen Trends zieht das hohe öffentliche Interesse an ICOs auch Betrüger an, die von ihren Chancen auf einem unkontrollierten Markt bei völligem Fehlen eines funktionalen Zweitmarktes profitieren. Die in der Anlage stehenden Bitcoins selbst müssen verkauft werden, damit aus dem angelegten Kryprogeld wieder eine liquidität schaffender Wert wird.

Hinter ICOs verstecken sich vielfältige Gefahren

Crowdfunding-Projekte sind grundsätzlich wie CFDs (Contracts for Difference) zu bewerten und damit nichts für die Anlageportfolios sicherheitsbewusster Anleger. Die Bafin geht ins Detail: „Typischerweise befinden sich Vorhaben, die über ICOs finanziert werden in einem sehr frühen, meist experimentellen Stadium. Entwicklung und Geschäftsmodell entsprechend unerprobt sind. Gleichzeitig sind die in den begleitenden „Whitepapern“ oder Vertragsbedingungen (Terms and Conditions) behaupteten Funktionsweisen der jeweiligen Tokens anhand des zugrundeliegenden Programmiercodes (Smart Contract) aus Anlegersicht schwer zu überprüfen.“ Heißt: Der Code ist angreifbar und manipulierbar.

Und Rechtsanwalt Buerger befasst sich seit Beginn der Diskussion um Kryptowährungen mit der Frage “ Was bedeutet ICO “ und fügt hinzu: „Diese Systeme sind nicht nur absolut unsicher, sie bieten auch zigfache Angriffsmöglichkeiten für Betrüger und sonstige Cyberkriminelle. Das beginnt bei der Ausschreibung der Investmentmöglichkeit und endet bei technischen Einfall-Toren, um die Programmierung des Systems zu manipuieren!“

Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Experten weltweit sind sicher: Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sind wichtige Motivationselemente der Grundidee „ICO“. Diese Punkte erhöhen das Risiko, dass Anleger das eingesetzte Kapital verlieren. Gefahr droht auch aufgrund notwendiger Maßnahmen der Behörden gegen Betreiber oder sonstige Personen und Unternehmen, die in solche illegalen Geschäfte einbezogen sind.

Die BAFIN empfielt: „Bevor sich Verbraucher für ein ICO entscheiden, sollten sie sich daher vergewissern, dass sie die Vorteile und Risiken des Projekts beziehungsweise des Investments vollständig verstanden haben. Dazu sollten sie dem Emittenten so viele Fragen stellen wie nötig und dessen Angaben aus unabhängigen Quellen verifizieren. Zudem sollten Anleger sicherstellen, dass die Eigenschaften des Projekts beziehungsweise Investments ihren Anlagebedürfnissen und ihrem Risikoappetit entsprechen.

Zwischen den Zeilen dieser und anderer Warnmeldungen kann man auch deutliche Hinweise an Vermittler solcher Derivate herauslesen. Es ist davon auszugehen, dass die deutsche Rechtssprechung keinen Unterschied machen wird zwischen klassischen CFDs und ICOs und auf die Einhaltung hoher Beratungsstandards pochen wird. Vermittler von Crowdfundings, die auf Kryptowährung beruhen, müssen sich der Verantwortung für eine Anleger- und Anlagegerechte bewusst sein, um sich nicht selbst in eine Schadensersatzpflicht zu monövrieren.

Mehr Informationen zu ICOs

Was bedeutet ICO ? Nähere Informationen zu ICOs und deren Risiken finden Sie in der kommenden Ausgabe des BaFinJournals, die am 15. November erscheint. Weiterführende Hinweise zur Blockchain-Technologie und zu virtuellen Währungen hält die BaFin unter dem Menüpunkt Unternehmensgründer und Fintechs bereit.“

Darüber hinaus enthalten auch die Internetseiten zahlreicher anderer nationaler Aufsichtsbehörden und der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA Informationen und Warnhinweise zum Thema „Was bedeutet ICO?“.

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