Beratung als zweiter Blick

/ 24.08.2017 / / 13

So wie der Verbraucherschutz, so ist auch die Sicherheitsberatung eine Dienstleistung. Zwar gibt es einen spezifischen Unterscheidung, der im nachträglichen Produkterwerb liegt – so finden Sie beispielsweise bei adverbis-security digitale Sicherheitsschlösser – die sie nach der Beratung in ihre Türen einbauen lassen können, aber wir wollen uns hier kurz auf den Aspekt der Beratung konzentrieren.

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Eine mögliche Sichtweise auf eine Beratung (lassen wir mal Scharlatanerie und Aufquatscherei beiseite) ist sie als eine Art zweiten Blick auf ein Problem zu betrachten. Klar man fragt nach Rat und der Berater gibt dann auch gerne seinen Rat. Mal kompetent, mal irritierend, aber oft hilfreich. Dafür bekommt er ja schließlich auch sein Geld und die Sache ist dann im alltagsverstehen klar. Eine deutlich ergiebigere Perspektive auf die Situation einer Beratung ergibt sich, wenn man mit etwas Distanz eine solche Situation versucht zu beschreiben. Denn die Beratungssituation kann nicht mit einem Abspulen von Routinen gleichgesetzt werden, im Sinne von: Es wird nur das verkauft bzw. angeboten, was der Berater im Sinn hat. Im Prinzip könnte man dann einen auch Automaten fragen, der einem einfach das gibtn, wonach man verlangt. Entscheidend bei einer Beratung ist also in erster Linie nicht die Lösung des Problems durch den Erwerb eines Produktes, sondern die Analyse seines Problems und der spezifischen Problemlösung, die sich daraus ergibt. Dies meinen wir wenn wir vom zweiten Blick auf das Problem sprechen.
Stellen wir uns vor, dass wir unsere Wohnung oder unser Heim besser vor Einbruch bzw. Diebstahl schützen wollen. Jedem fallen direkt viele Dinge an, was man alles so dafür tun kann: Verstärkte Türen, dickere Fenster bzw. Rollläden, neue Schlösser, den Nachbarn fragen ob er nicht ein Auge auf das Haus werfen könne und so weiter. Nun ist aber auch klar, dass man sich vielleicht nicht alles leisten oder auch gebrauchen kann (bzw. man hat sich mit den Nachbarn verkracht). Man könnte also argumentieren, dass man sich einfach das Wissen selbst aneignet, um das Problem zu lösen. Das Internet bietet zwar eine Vielzahl an Möglichkeiten dies zu tun, allerdings muss dieses Wissen auch immer übertragbar sein auf das jeweilige Problem. Ein Rezept ist schnell gefunden und nachgekocht. Im Falle von Sicherheitstechnik ist dieses Problem aber deutlich individueller bzw. die Ausgangslage entscheidet welche Lösung die beste ist. Im Falle eines Rezeptes gibt es keine vergleichbare Ausgangslage. Ob man nun dieses oder jenes kocht, spielt zwar für den Hunger bzw. Appetit eine Rolle, aber nicht für die Küche. Die Empfindung darüber, was man Essen möchte kommt also von einem selbst, sozusagen von innen, und bietet eine verlässliche Grundlage für die Entscheidung. Eine Wohnung gehört allerdings nicht zum eigenen Empfindungsapparat. Wir können nur von außen erkennen, was man eventuell tun könnte und durch ein wenig nachdenken Dinge erahnen bzw. erwarten. Aber einfach nur eine Ahnung zu haben bzw. sich auf Erwartungen zu verlassen ist ein riskantes Unterfangen. Wir alle kennen dies, wenn unsere Erwartungen enttäuscht werden. Und das passiert leider häufiger als uns das lieb ist.
Wir benötigen also jemanden, der sich die Situation ganz individuell betrachtet und die Lage bezüglich seines Expertenwisssens einzuschätzen vermag. Zwar schaut der Berater – und wie soll es auch anders sein – von außen auf das Problem, wie man selbst eben. Aber er verfügt über ein spezifisches Wissen, was die eigenständigen Elemente des Problems einzuschätzen mag. Wir können formulieren, dass er zwar von außen auf das Problem schaut, aber durch das spezifische Wissen so tun kann, als täte er es von innen. Das Wissen ermöglicht dem Berater die Problemlage unter den Voraussetzungen seines Wissens zu analysieren und zu verstehen. Dieses Wissen lässt sich auch nicht so einfach aneignen und benötigt in der Regel deutlich mehr Zeit als man in seiner Freizeit zur Verfügung hat.
Gleichzeitig stellt der eigene Blick auf die Problemlage eine Informationsquelle für den Berater dar. Allerdings kann es natürlich auch passieren, dass ein Berater ein Problem nicht richtig versteht. Dann liegt es am Beratenden den Berater über seine Problemlage erneut aufzuklären, bis sie verstanden worden ist. Ein Beratungsgespräch fußt also auf der Ersteinschätzung des zu Beratenden und verschafft innerhalb des Gespräches durch die Kompetenz des Beraters einen zweiten, informierteren Blick – sozusagen die Problemlage von innen wahrnehmend – auf die Situation.

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