Richter soll Urteil aus Texten zusammengefügt haben

/ 29.01.2017 / / 47

Na der sollte es doch eigentlich wissen: In Köln sorgt der eher laxe Umgang eines Richters mit seinen Sorgfaltspflichten für einen großen Aufreger unter seinen Berufskollegen. Der mittlerweile pensionierte Jurist soll in seiner aktiven Zeit eine Anklageschrift und ein Sitzungsprotokoll dreist zu einem Dokument zusammengefügt und dann als Urteilsbegründung vorgelegt haben, um sich die Arbeit der aufwändigen Urteilsbegründung zu sparen.

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Jetzt ermittelt sogar der Staatsanwalt und untersucht das Urteil zum Aktenzeichen 152 Ns 59/15 kritisch. Die Kollegen werfen dem Richter a.D. vor, völlig sinnfrei Aktenteile in sein Urteil hineinkopiert zu haben, die überhaupt nicht in die Hauptverhandlung eingeführt worden waren. Ein Fauxpas, der auch durch eine außergewöhnliche Arbeitsbelastung nicht zu entschuldigen ist. Das fuchst die sorgfältiger arbeitenden Richter insbesondere vor dem Hintergrund, dass das gesprochene Urteil viel zu milde ausgefallen war. Ein Betrunkener hatte mit einem Fahrzeug gezielt Menschen angegriffen, nur durch viel Glück kam es nicht zu erheblichen Personenschäden – er kam vor dem Amtsgericht mit 90 Tagessätzen a 40 Euro davon.

Die Sache kam übrigens nur ans Tageslicht, weil das Verfahren vor das Landgericht getragen wurde. Hier wurde das Urteil des schlampigen Amtsrichters “leicht” abgeändert: 13 Monate Freiheitsentzug auf Bewährung. Auf den Richter wartet wohl eine Anklage wegen Rechtsbeugung – dafür droht Gefängnis bis zu 5 Jahren.

Können wir Ihnen helfen?

Hier ein Ticket eröffnen. Durch die Eröffnung eines Tickets entstehen Ihnen keinerlei Kosten

Rechtsanwalt Arno Lampmann, Partner bei LHR – Kanzlei für Merken, Medien, Reputation: “Damit keine Missverständnisse aufkommen: Richter sind Menschen und dürfen auch mal Fehler machen. Wenn einem Richter – wie in diesem Fall – seine Verantwortung aber so völlig egal ist, muss das Konsequenzen haben. Strafverfahren gegen Richter führen allerdings höchst selten zu Verurteilungen. Da darf man wirklich gespannt sein, wie diese Geschichte endet.”

Alternative Text
Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher keine
Kategorien: Verbraucherschutz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.
Sie wollen einen Backlink posten? Gerne mache ich Ihnen ein Angebot dazu (info@verbraucherschutz.tv).

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Angst? - hier klicken oder Hier 1. Hilfe anfordern.

Jetzt Beschwerdebrief aufsetzen!

Wir unterstützen Sie in Ihrem Anliegen mit der Formulierung eines Beschwerdebriefes.

Hier mehr erfahren

Tickets für schnelle Hilfe

Jetzt mit unserem Ticketsystem Kontakt aufnehmen. Wir informieren Sie darüber, was in Ihrem Fall zu tun ist. Wir geben keinen Rechtsrat, sondern helfen Ihnen, die Krisensituation richtig einzuschätzen und die richtigen Schritte einzuleiten.


Für Anwälte

Interessierte Kooperationsanwälte senden ein Mail an info@verbraucherschutz.tv

Tel.: 0800 000 1961