Arzt in der Werbung ist für Wettbewerbsverstoß mitverantwortlich

/ 20.11.2016 / / 17

Ärzte im weißen Kittel sind wichtige Werbeträger: Wird ein medizinisches Produkt „auf ärztlichen Rat“ vertrieben, dann genießt es schon mal einen gewissen Vertrauensvorschuss. Daraus kann aber schnell ein Bumerang werden: Wird ein wettbewerbswidrig mit Unterstützung eines Arztes durchgeführte Werbung abgemahnt, dann kann der betroffene Arzt dazu verpflichtet werden, für die Einstellung der Werbung zu sorgen.

Rechtsanwalt Dr. Niklas Haberkamm, als Partner der Personen-, Produkte- und Ideenschützerkanzlei LHR auch für das Reputationsmanagement von Medizinern verantwortlich: „Ein Arzt sollte sich genau überlegen, für was er Werbung macht und wie er es macht. Im medizintechnischen Bereich gehen Abmahnungen zu wettbewerbswidrigen Aktionen schnell ins Geld und vor allem kann so etwas dem Ruf eines Arztes in der Branche und der allgemeinen Außendarstellung schaden.“

OLG: Arzt muss einschreiten, sonst ist er mitverantwortlich

In einem aktuellen Fall hatte das OLG Celle mit Beschluss. v. 02.05.2016 – (Az.: 13 U 155/15) einen Arzt dazu aufgefordert, für das Verschwinden der Werbung persönlich einzusetzen. Das betroffene Produkt war in wettbewerbswidriger Weise durch den Arzt beworben worden, der Unterlassungsanspruch des Klägers richtete sich aber nicht nur gegen den Hersteller, sondern auch gegen den Arzt. Im Verfahren hatte der Mediziner ausgeführt, keinen Einfluss auf die Form der Werbung zu haben, daher hatte er sich geweigert, die geforderte Unterlassungserklärung abzugeben.

Das Oberlandesgericht Celle, war da aber ganz anderer Meinung, zumal ein eigener Unterlassungsanspruch des Arztes auf Verwendung von Bild und Foto unzweifelhaft bestehe. Diesen Unterlassungsanspruch durchzusetzen, um sich selbst keiner wettbewerbswidrigen Handlung schuldig zu machen, sei ihm zuzumuten. Schreite er nicht gegen eine angezeigte bekannte Wettbewerbswidrigkeit ein, dann trage er eine Mitschuld.

Dr. Haberkamm: „Nur wenn ihm eine eigene Einflussnahme definitiv nicht möglich ist, kann sich ein werbender Mediziner aus der Zuständigkeitskette verabschieden.“

Rechtsanwalt Dr. Niklas Haberkamm steht unter anderem Ärzten und sonstigen Heilberufen in Sachen Rufschädigung, Reputationsmanagement insbesondere in Bewertungsportalen  unter der Nummer 0221 / 2716733-0 telefonisch oder per E-Mail unter haberkamm@lhr-law.de zur Verfügung.

Mehr zum Thema Wettbewerbsverstoß erfahren

Facebooktwittergoogle_plus
Share on FacebookShare on Google+
Alternative Text
Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher keine
Kategorien: Verbraucherschutz
Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv koopieriert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälte auch aus Ihrer Region.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher noch keine Bewertung)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Aktuelle Kommentare

  • K. L.: Hallo, Schlüsselexperte.de ist die reinste Abzocke!!!! Ich hatte vergangenes Wochenende...
  • Daniel cyz: Einer alleine ist immer schwierig und mir die Zeit zu schade, da ich es einfach als...
  • Redaktion: Du kannst die ja verklagen, und zwar auf Unterlassung und 10.000 Euro im...
  • Daniel xxx: Wieso verklagt man nicht einfach diese Firmen. Wo sind die...
  • Steffi E.: Ja ich habe es auch…ich habe mehrfach geschrieben, da ich es nicht...