Erpresser von Uli Hoeneß bleibt in Haft – BGH 1 StR 603/15

/ 24.05.2017 / / 51

Das Urteil gegen den Hoeneß-Erpresser ist nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofs rechtskräftig (Az. 1 StR 603/15). Er muss wegen versuchter Erpressung für drei Jahre hinter Gitter.Die Pressemitteiling des Bundesgerichtshofs im Wortlaut:

Der erheblich vorbestrafte Angeklagte war zunächst am 16. Dezember 2014 vom Landgericht München II wegen versuchter Erpressung des früheren Präsidenten des Fußballclubs Bayern München e. V., Ulrich Hoeneß, zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte mit Beschluss vom 19. Mai 2015 (1 StR 200/15) das vom Angeklagten mit der Revision angegriffene Urteil im Schuldspruch bestätigt, im Strafausspruch hingegen aufgehoben und insoweit zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Grund für die Aufhebung der Strafe war, dass die Strafkammer bei der Strafzumessung einige Umstände rechtsfehlerhaft zu Lasten des Angeklagten berücksichtigt hatte. So hatte das Landgericht dem Angeklagten u. a. zu Unrecht angelastet, er habe das von ihm am Computer verfasste Erpresserschreiben nicht abgespeichert und damit seine Überführung erschwert sowie dieses Schreiben anonym als „Mister X“ unterzeichnet, was die Bedrohungslage verstärkt habe. Einem Angeklagten darf nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht straferschwerend zur Last gelegt werden, dass er den Ermittlungsbehörden seine Überführung nicht erleichtert, indem er keine auf ihn hindeutenden Hinweise schafft.

Nach erneuter Verhandlung über die Strafhöhe ist der Angeklagte vom Landgericht München II mit Urteil vom 2. September 2015 wegen versuchter Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Seine hiergegen eingelegte Revision hat der Bundesgerichtshof auf Antrag des Generalbundesanwalts mit Beschluss vom 19. Januar 2016 als offensichtlich unbegründet verworfen, weil das Urteil keinen Rechtsfehler aufweist. Damit ist der Fall rechtskräftig abgeschlossen.

Vorinstanz:

Landgericht München II – Urteil vom 2. September 2015 – 5 KLs 69 Js 14783/14

 

Karlsruhe, den 22. Januar 2016

 

Quelle: Pressestelle des Bundesgerichtshofs

Facebooktwittergoogle_plus
Share on FacebookShare on Google+
Alternative Text
Kommentare / Anzahl der Kommentare: bisher keine
Kategorien: Verbraucherschutz Schlagwörter: /
Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv koopieriert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälte auch aus Ihrer Region.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher noch keine Bewertung)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Aktuelle Kommentare

  • E. Mauel: Ich habe aufgrund des m.E. Betrugsversuchs vom 01.06. fristlos zum 30.06.2017...
  • Max Langenmaier: Mir ist dasselbe gestern passiert. Anruf von Klarmobil, Angebot von kostenloser...
  • Max Hund: Hallo, Schlossexperte.de ist die total Abzocke! Ich würde jedem davon abraten über die...
  • E. Mauel: Ich habe am 01.06. einen Anruf erhalten. Dies obwohl ich schon früher der Klarmobil...
  • passatdriver: @ Hartung: Wurde denn schon ein Verfahren gewonnen? Schönen Gruss