LBS Bayern kündigt 26.000 Bausparverträge

/ 18.11.2014 / / 64

Auf dem Geldmarkt schlägt das Sparerkapital weiter zirkusreife Kapriolen. Jetzt hat die Bausparkasse LBS Bayern rund 26 000 ältere Bausparverträge gekündigt, bei denen die eigentlich geplante Bausparsumme noch nicht erreicht ist. Grund: So kommt die Bank um ihre früheren Zinsversprechen herum. Sparer lassen in vielen Fällen eingezahltes Kapital “auf der hohen Kante” liegen und freuen sich über die gute Verzinsung.

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Hier eingezahltes Geld wird aktuell mit bis zu 3,5 % verzinst. In aktuellen Bausparverträgen wird nur noch ein Zinssatz von 0,25 % gezahlt. Auf die Auszahlung verzichten Kunden aktuell in vielen Fällen, weil sich die Beleihung des Vertrages bei den hohen Zinssätzen im Gegensatz zu tagesaktuellen Zinsangeboten nicht rechnet. Rechtsanwalt Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Wiesbaden: “So liegt das Geld herum und kostet die Kasse richtig Geld, die Kündigung dieser Verträge ist aus Sicht der Bausparkasse ein nachvollziehbarer Schritt!” Allerdings sehen Verbraucherschützer und im Bereich Bank- und Kapitalmarkt erfahrene Anwälte die Situation etwas “sparerfreundlicher”: “Rechtlich ist das ein schwieriges Thema, weil es bislang kein Urteil des Bundesgerichtshofs dazu gibt”, so zitiert der Münchner Merkur Susanne Götz von der Verbraucherzentrale Bayern.

Von der aktuellen Kündigungswelle sind Bausparverträge betroffen, die seit mehr als 10 Jahren kündigungsreif sind. Nach der Kündigung wird das Guthaben an die Sparer überwiesen oder man bietet den Kunden an, das Geld in aktuelle Bausparverträge zu überführen. Falls Kunden nicht auf die Angebote der LBS Bayern reagieren wird das angesparte Geld auf ein zinsloses Zwischenkonto gelegt. Altverträge zu kündigen ist übrigens nicht so ungewöhnlich. Bislang waren Verträge allerdings erst gekündigt worden, nachdem die komplette Bausparsumme angespart worden war. Dies scheint auch recht unstrittig. Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller: “Beide Seiten haben ihren Vertrag erfüllt, bei den aktuellen Kündigungen bewegt sich die LBS nach Meinung von Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht in einer Grauzone – hier dürfen mit Spannung die ersten obergerichtlichen Urteile erwartet werden.”

Die LBS und andere Bausparkassen argumentieren: Wir kündigen Verträge, in denen Sparer mehr als 10 Jahre auf ihren Darlehensanspruch verzichtet haben zum “Schutz der Solidargemeinschaft der Bausparer”.

Mehr Infos auf www.anlegerschutz-news.de

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