Schadensersatz für Prorendita-Anleger: Landgericht Frankfurt/Main verurteilt Commerzbank

/ 24.05.2017 / / 21

Das Landgericht Frankfurt am Main hat die Commerzbank AG am 13.12.2013 zum Schadensersatz in Höhe von 29.948,83 Euro zuzüglich Verzugszinsen verurteilt. Die Bank hatte es versäumt, eine Anlegerin über die Risiken einer empfohlenen Kapitalanlage aufzuklären. Sie hatte sich 2006 mit 30.000 Euro plus fünf Prozent Agio an dem Lebensversicherungsfonds Prorendita Drei GmbH & Co. KG beteiligt. Die Erben der mittlerweile verstorbenen Anlegerin, die von Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft (hrp) vertreten wurden, machten Schadensersatzansprüche gegenüber der Commerzbank AG geltend, da der Verlust eines Großteils ihrer Kapitalanlage droht. 

Das Gericht hat festgestellt, dass die Beratung der Anlegerin fehlerhaft war, da sie über mehrere Risiken der Kapitalanlage nicht aufgeklärt worden ist. Insbesondere wurde nicht auf den möglichen Totalverlust hingewiesen. Die Erben können jetzt die Beteiligungssumme zuzüglich Agio, abzüglich erhaltener Rückflüsse plus Verzugszinsen verlangen. Außerdem sind die vorgerichtlichen Anwaltskosten zu ersetzen. Im Gegenzug erhält die Commerzbank AG die Beteiligung.

„Wir gehen davon aus, dass die Angaben im Verkaufsprospekt fehlerhaft sind“, sagt Rechtsanwalt Theo Wiewel von hrp. „Aus diesem Grund können sämtliche Anleger unabhängig von der individuellen Beratungssituation Schadensersatz verlangen. Darüber hinaus wurden die von uns vertretenen Anleger in keinem Fall über die Höhe der Rückvergütung aufgeklärt, die die Beraterbank bei Abschluss der Beteiligung erhalten wird. Dies ist ein weiterer Ansatzpunkt für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen“, erklärt der Bremer Anwalt. Die Ideenkapital Financial Engineering AG hat insgesamt sechs Prorendita-Fonds konzipiert, denen das gleiche Konzept zugrunde liegt – die Ausführungen gelten daher für alle sechs Fonds.

Dabei handelt es sich um geschlossene Fonds, die in britische Kapitallebensversicherungen investieren. Das Fondskonzept sieht vor, dass die Policen wieder veräußert werden, um durch den Verkaufserlös eine Rendite zu erwirtschaften. Die Versicherungssumme jeder Police werde von der Versicherungsgesellschaft garantiert und zum Ende der Vertragslaufzeit oder bei vorzeitigem Ableben des Versicherten ausgezahlt. Dazu kämen jährlich zugewiesene Jahresboni. Am Ende der Laufzeit werde jedem Vertrag zusätzlich noch ein Schlussbonus zugewiesen. Er könne bis zu 50 Prozent der Gesamtablaufleistung betragen, hieß es ursprünglich.

Mehr Informationen: www.hahn-rechtsanwaelte.de

 

 

Facebooktwittergoogle_plus
Share on FacebookShare on Google+
Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv koopieriert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälte auch aus Ihrer Region.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher noch keine Bewertung)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Aktuelle Kommentare

  • E. Mauel: Ich habe aufgrund des m.E. Betrugsversuchs vom 01.06. fristlos zum 30.06.2017...
  • Max Langenmaier: Mir ist dasselbe gestern passiert. Anruf von Klarmobil, Angebot von kostenloser...
  • Max Hund: Hallo, Schlossexperte.de ist die total Abzocke! Ich würde jedem davon abraten über die...
  • E. Mauel: Ich habe am 01.06. einen Anruf erhalten. Dies obwohl ich schon früher der Klarmobil...
  • passatdriver: @ Hartung: Wurde denn schon ein Verfahren gewonnen? Schönen Gruss