Hotlines sind zu teuer

/ 24.05.2017 / / 22

Lange Wartezeiten, hohe Telefonkosten – eine Studie belegt, dass viele Unternehmen mit zu teuren Service-Hotlines viel Geld machen. Besonders ärgerlich: meist wird nicht mal über entstehende Kosten informiert.

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Wir zitieren Spiegel online:

„Verbraucher müssen bei Service-Telefonnummern teils überhöhte Gebühren zahlen und lange auf direkte Hilfe warten. Bei einer Stichprobe mit 300 Testgesprächen hätten Anrufer bis zu 23 Minuten in Warteschleifen verbracht und für wenige Minuten Gespräch bis zu 13 Euro gezahlt, teilte die Grünen-Bundestagsfraktion am Montag in Berlin mit.

Getestet wurden Service-Nummern mit der Vorwahl 0900, etwa bei Handy- und Internetanbietern oder Fluggesellschaften. Die Erhebung im Auftrag der Grünen fand im Dezember bei insgesamt 50 Unternehmen mit bis zu zehn Anrufen an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten statt. Dabei stoppten die Tester die Zeit, ab der die vollen Gesprächsgebühren zwischen 24 Cent und 1,99 Euro pro Minute berechnet wurden.

Am meisten Zeit in der Warteschleife hätten die Test-Anrufer bei einem großen Anbieter für Internetanschlüsse verbracht. Die Wartezeiten hätten dort zwischen 11 und 23 Minuten betragen, teilte die Grünen-Bundestagsfraktion mit. Immerhin seien die Minutengebühren mit 24 Cent vergleichsweise gering gewesen. Ebenfalls lange warteten die Testanrufer demnach bei einem Handy-Anbieter (elf Minuten) und einem Billig-Flieger (sieben Minuten).

Am teuersten in dem Test sei ein Gespräch bei einem Kartenlege-Service gewesen. Hier hätten die Tester für sieben Gesprächsminuten insgesamt 13 Euro gezahlt. Bei dem Handy-Anbieter, bei dem Verbraucher auch lange in der Warteschleife warten mussten, seien für die elf Gesprächsminuten 9,80 Euro fällig geworden, bei dem Billig-Flieger mit den langen Wartezeiten 4,30 Euro für sieben Gesprächsminuten.

„Fast durchweg problematisch“ seien die Telefon-Dienstleistungen kleinerer Anbieter wie Rechtsberater oder Hundetrainer gewesen, teilte die Grünen-Fraktion mit. Hier seien die Gebühren am höchsten gewesen. Überraschend gut hätten dagegen Billig-Anbieter von Handy-Tarifen mit vergleichsweise kurzen Warteschleifen abgeschnitten.

Grünen-Fraktionsvizechefin Bärbel Höhn forderte von der Bundesregierung ein Einschreiten. „Verbraucher sollten erst dann zahlen müssen, wenn sie einen Berater tatsächlich am anderen Ende der Leitung haben“, erklärte Höhn. In Frankreich sei dies bereits schon so geregelt. Deutschland müsse hier „schnellstmöglich“ gleichziehen.

Gebühren nur für Gegenleistung

„Bei vielen Anbietern scheinen die teuren Warteschleifen zum Geschäftsmodell zu gehören“, kritisierte Höhn. Ohne konkrete Gegenleistung für den Verbraucher würden hier viele Millionen Euro verdient. Die letzte Bundesregierung habe trotz entsprechender Ankündigungen nichts daran geändert.

„Moderate Preise sind in Ordnung, wenn es eine richtige Gegenleistung gibt“, sagte auch Steffen Küßner vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Dies gelte aber nicht, wenn es darum gehe, einen Mangel zu beheben oder zum Beispiel einen Flug umzubuchen. Besonders ärgerlich sei es, wenn Kunden Geld für die Hotline eines Telefonanbieters zahlen müssten, um eine Störung beheben zu lassen.

Zwar gebe es eine Zusage der Unternehmen, übersichtlich über Gebühren zu informieren und auf Kosten für die Warteschleife zu verzichten, sagte Küßner. Noch seien aber viele Firmen der Selbstverpflichtung nicht nachgekommen. „Wenn die mal umgesetzt würde, wäre schon viel gewonnen.“

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