Cyberstalking – Spuren im Netz sind kaum zu löschen

/ 19.04.2009 / / 171

Anfang April erhielten gleich mehrere im Internet aktive Verbraucherschützer Besuch von der Polizei: Die so genannte Kindergartenbande hatte im Namen der vermeintlichen Täter Amoklaufdrohungen per Mail an Presse, Staatsanwaltschaften und Polizeidienststellen gesendet. Verdächtige Amokläufer waren neben einem Mitarbeiter der Produktionsfirma von SAT1 „Akte09“ auch der Warsteiner Internet-Journalist und Herausgeber des Forums https://www.verbraucherschutz.tv Udo Schmallenberg.

Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Hier einen Rechtsanwalt zu diesem Thema finden

Verbraucherschutz.tv kooperiert deutschlandweit mit vielen kompetenten Rechtsanwälten auch aus Ihrer Region. Sie sind Anwalt und möchten hier veröffentlichen? Bitte Mail an usch@talking-text.de

Opfer sollte laut der Ankündigungsmail ein im Raum Bocholt lebender junger Mann sein, dessen Name immer wieder mit der Kindergartenbande in Verbindung gebracht wurde.

Der Fake-Charakter der Mails klärte sich in allen Fällen schnell auf – im Fall der Recherche rund um den „Warsteiner Amokläufer“ wurden die Ermittlungsbehörden aber erstmals auch gegen ein mögliches Opfer aktiv und beschlagnahmten den Rechner des einschlägig wegen Internet-Betrügereien bekannten Mannes. Gut 24 Stunden später wurde die vorerst letzte Spam-Mail der Kindergartenbande versendet. Die Generalbundesanwaltschaft hatte in Kooperation mit dem FBI den von der Gruppe angemeldeten Server in Houston/Texas still gelegt, wie gut informierte Kreise bislang offiziell unbestätigt in Foren veröffentlichten.

Für den Warsteiner Journalisten ist das Thema damit erledigt: „Die Bande hat sich durch die Verbraucherschutz-Aktionen provoziert gefühlt, die Jungs haben Fehler gemacht, Aktionen untereinander nicht abgesprochen und nun damit doch den Staat und seine Strafverfolgungsbehörden auf den Plan gerufen – die haben sich quasi selbst ein Bein gestellt!“ Bislang waren Amoklaufopfer und Amoklauftäter nie aus einem Bundesland gekommen. Diese neue Situation machte der Polizei das Agieren zwischen Warstein und Bocholt nun deutlich einfacher.

Ganz so problemlos wie der Sauerländer Verbraucherschützer können andere Geschädigte die Folgen des seit Monaten andauenden Cyberstalkings nicht aus der Welt schaffen. Ein Cyberstalking-Opfer sieht seinen Namen ohne eigenes Zutun übelst im Netz missbraucht. Auf seinen Namen wurde sogar ein eigener Blog angemeldet, in dem böse Beschimpfungen und falsche Verdächtigungen gegen namhafte deutsche Verbraucherschützer ausgesprochen werden. Der Blog ist immer noch online und kann von dem Betroffenen trotz hartnäckigster Bemühungen nicht gelöscht werden.

„Cyberstalking kann für die Opfer unglaubliche Spätfolgen haben, denn die von der Bande veröffentlichten Falschmeldungen sind kaum aus dem Gedächtnis des Internets zu löschen“. Schmallenberg hatte daraus logische Konsequenz gezogen und im eigenen Blog sämtliche Hinweise auf Veröffentlichungen der Cyberstalker entfernt und auch andere Forenbetreiber überzeugen können, sich der Aktion „Web-Paparazzis gegen Cyberstalking“ anzuschließen. Als Retourkutsche war von der Gruppe der vermeintliche Amoklauf mit völlig überzogenem und unglaubwürdigem Inhalt initiiert worden – mit den bekannten Folgen für die Verantwortlichen.

Ob man die Köpfe der Kindergartenbande zur Verantwortung ziehen kann? Schwierig und die Internet-Wächter sind sich einig, dass mit der Zerschlagung der aktuellen technischen Möglichkeiten in Texas schon ein riesiger Schritt getan wurde. Aber ob die Beweise zu einer Verurteilung reichen? „Es ist schon mal eine Genugtuung zu sehen, dass sie sich verschätzt haben…!“ Schmallenberg ist nur froh, dass sein „Amoklauf“ am Tag vor dem Urlaub aufgeklärt wurde: „24 Stunden später und das SEK hätte mich a la James Bond von der Skipiste geholt!“

Generell steht das Thema Cyberstalking erst ganz am Anfang der Entwickung und Verbraucherschützen fürchten, dass sich das Internet hier sein eigenes Ende inszeniert: „Das WEB bietet so viel Raum für Betrügereien, Identitätsmissbrauch etc. – auf Dauer wird es selbst daran ersticken!“ – zumindest solange die Politik nicht reagiert und solange der User nicht besser geschützt wird.

Fragen und weitere Themen zu Cyberstalking werden in diesem Forum nicht öffentlich behandelt. Wer Fragen hat oder Hilfe sucht, kann sich an den Betreiber direkt wenden.

Share on FacebookShare on Google+
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher noch keine Bewertung)
Loading...

Ein Kommentar zu “Cyberstalking – Spuren im Netz sind kaum zu löschen”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Erfahrungen & Bewertungen zu Udo Schmallenberg



Aktuelle Kommentare

  • Robin - T6 Wartender: Hallo, auch ich bin in ähnlicher Situation und warte auf die Auslieferung...
  • Redaktion: Hallo Kai, erstmal gegen den Händler wegen der Geährleistungspflicht
  • Kai Fuchs: Hallo, wir haben für unsere Familie mitte Oktober 2017 einen T6 Multivan 150PS...
  • Tobias Meyer: Habe heute direkt vom Händler erfahren (von einem Verkäufer, der sich traut die...
  • Redaktion: Die Lage bei Bestandsfahrzeugen werde untersucht, bevor über das weitere Vorgehen...