Inkasso, Abmahnanwalt – die Instrumente der Abzocker

/ 06.12.2008 / / 132

Wer auf Seiten wie nachbarschaftspost.com unbeabsichtigt und mit Abzockermethoden angelockt ein scheinbares Vertragsverhältnis eingegangen ist, der wird nach erster vergeblicher Rechnungsstellung schnell mit Inkasso, Mahnung etc. konfrontiert. Was bedeutet das alles?

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Eine Mahnung ist nichts anderes als die Erinnerung an eine Forderung. Allerdings kann der Mahnende dafür Gebühren erheben,. die dem Aufwand der Mahnungserstellung angemessen sein müssen. Nach der so genannten letzten Mahnung greifen oft weitere Instrumente des Forderungseinzugs.

In der freien Wirtschaft geben Forderer ihre Forderung meist an „Inkassobüros“ weiter. Diese werden entweder beauftragt oder kaufen dem Rechnungschreiber seine Forderung ab, um sie beim Rechnungsempfänger gegen Gebühr wieder einfordern zu können. Ein Inkassobüro ist keine öffentliche Stelle und hat auch keine besonderen Befugnisse. Der Drohcharakter folgt der allgemeinen Meinung, Inkassobüros hätten andere Formen des Geldeinzugs zur Verfügung als ein normaler Rechnungssteller – das stimmt aber nicht.

An irgendeinem Punkt der Entwicklung beauftragt ein Forderungseintreiber einen Rechtsanwalt – auch dies ist wiederum nur ein Zeichen und allenfalls die Dokumentation, dass man das geforderte Geld noch nicht abgeschrieben hat. Werden Rechnungen immer noch nicht bezahlt, dann folgt in aller Regel ein offizieller Mahnbescheid, verbunden mit den Kosten der ausführenden Gerichtsstelle z.B.für Auslagenersatz oder Einschreibegebühren. Erst jetzt wird es ansatzweise ernst, denn wird gegen diesen Mahnbescheid kein Widerspruch eingelegt und weiterhin nicht gezahlt, dann hat der Mahnbescheid-Erheber einen so genannten Titel,mit dem er Geld oder bewegliches Vermögen mittels Gerichtsvollzieher einziehen kann -auf Lebenszeit! Ob und wann er das macht, bleibt dem Eigentümer der Forderung vorbehalten.

Letztendlich heißt das für Seiten wie nachbarschaftspost.com, dass viel Zeit und Kosten in die Hand genommen werden müssen, um den Anspruch auf den geforderten Mitgliedsbeitrag wirklich letztinstanzlich durchzusetzen – immer verbunden mit der Gefahr, dass einem Einspruch gegen einen Mahnbescheid statt gegeben wird.

Dieses Risiko mit den damit verbundenen Kosten scheuen Abzocker-Seiten in aller Regel – die Betreiber gehen davon aus, die Betrogenen mit stumpfen Waffen einschüchtern zu können. Wenn von den 10000 Angeschriebenen nur 1000 zahlen,dann reicht das für einen fetten Gewinn. Dieses Aussicht ist so verlockend, dass Inkassofirmen dafür sogar ihre Genehmigung zum Forderungseinzug auf’s Spiel setzen. Verbraucherschützer raten daher: Nicht reagieren, jedes Schreiben kostet die Abzocker Geld und die Chance auf einen erfolgreichen Widerspruch ist groß!

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